Andreas Goihl hat an der Marbacher Straße unter anderem die Kampagne seines Karnevalclubs vorgestellt. Foto: Torsten Ströbele

Der Präsident der Stuttgarter Rössle, Andreas Goihl, war am Samstag im Johanneshof zu Gast.

Stuttgart-Zuffenhausen - Das ist eigentlich nicht meine Zeit. Normalerweise würde ich jetzt noch schlafen“, sagt Andreas Goihl am Samstag gegen 9.30 Uhr und schmunzelt. Der Präsident des Karnevalsclubs Stuttgarter Rössle ist während der Faschingszeit viel unterwegs – so auch am vergangenen Freitag. Doch wer ein richtiger Narr oder Jecke ist, der kommt auch einmal mit etwas weniger Bettruhe zurecht. Vor allem, wenn im Johanneshof ein leckeres Frühstück wartet.

Seit mehr als 30 Jahren lädt nämlich ein Team aus acht Ehepaaren sechs bis sieben Mal im Jahr zum evangelischen Gemeindefrühstück in die Marbacher Straße. Von 8.30 Uhr an stärken sich die durchschnittlich rund 40 Besucher erst einmal mit Kaffee, Tee, Brötchen und Brezeln, ehe ein Ehrengast über ein spezielles Thema referiert.

Einblick in die Geschichte

Am vergangenen Samstag war es Andreas Goihl, der den Anwesenden einen Einblick in die Geschichte und Bräuche in der närrischen Zeit gab und die Stuttgarter Rössle etwas ausführlicher vorstellte.

Die Ursprünge des Karnevals, so Goihl, gehen bis ins Jahr 3000 vor Christus zurück. In Mesopotamien hätte man sieben Tage nach Neujahr damit begonnen zu feiern. Und zwar seien dann an diesen besonderen Tagen die Sklaven ihren Herren gleichgestellt gewesen.

Der rheinische Karneval oder die Fastnacht, wie man ihn beziehungsweise sie heute aus den Hochburgen Mainz, Köln oder Aachen kennt, sei aber erst im 19. Jahrhundert entstanden, sagt Goihl. 1823 hätte es beispielsweise den ersten Rosenmontagszug in Köln gegeben.

Die Fasnet beginnt erst mit dem Abstauben der Verkleidung

Davon grenze sich etwa seit dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts die schwäbisch-alemannische Fasnet als eigenständige Form des Faschings ab. „Charakteristisch ist die Vermummung der Teilnehmer mit Masken, sogenannten Larven oder auch Schwemmen, die meist aus Holz bestehen“, sagt Goihl. Die Fasnet beginne zudem eigentlich erst mit dem Abstauben der Verkleidung, des sogenannten Häs. Und das finde am 6. Januar und nicht schon am 11. November statt. „Der Fasnetsbeginn vieler schwäbisch-alemannischen Narren ist somit das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Karneval“, sagt Goihl.

Die Stuttgarter Rössle haben sich eher dem rheinischen Karneval verschrieben. Gegründet am 18. Mai 1976 fühlt sich der Verein neben der Bewahrung des Brauchtums auch der Jugendarbeit im Gardetanzsport verpflichtet. Die verschiedenen Garden und Gruppen haben während der Faschingszeit zahlreiche Auftritte – unter anderem natürlich bei den eigenen Veranstaltungen wie zum Beispiel beim Rössle-Ball oder dem großen Kinderfasching in der Feuerbacher Festhalle.

Aber auch beim Rathaussturm in Zuffenhausen, der seit 2007 stattfindet, sind die Stuttgarter Rössle zu sehen. In diesem Jahr wird der Amtssitz von Bezirksvorsteher Gerhard Hanus am Samstag, 26. Januar, in Kooperation mit der KG Blau-Weiß Stuttgart in Beschlag genommen.

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