Neun Monate nach dem Überfall auf einen 62-Jährigen nach einer Kneipentour in der Innenstadt mit einer zunächst unbekannten Frau sitzen zwei Tatverdächtige in Haft. Die Spur führte nach Frankfurt.
Es sollte ein netter Abend werden an jenem Freitag, 9. Februar. Ein 62-Jähriger wollte sich mit einer Frau treffen – Mitte 30, groß, schlank, lange schwarze Haare, ein Tattoo an der Hand. Man hatte sich eine Woche zuvor im Leonhardsviertel kennengelernt und die Facebook-Adressen ausgetauscht. Dann wollte man sich in einer Gaststätte im Bereich Urbanstraße treffen. Der Abend endete mit einem Raubüberfall – und führte zu monatelangen Ermittlungen der Kriminalpolizei. Mit Erfolg: Zwei Tatverdächtige sitzen nunmehr hinter Gittern.
War alles genau ausbaldowert, oder handelte es sich um eine Zufallstat? „Das müssen jetzt die Ermittlungen ergeben“, sagt Polizeisprecherin Kara Starke. Am vergangenen Freitag hat die Polizei einen 31-jährigen Verdächtigen aus dem Großraum Frankfurt festgenommen, der zusammen mit der Frau und einem weiteren Komplizen das Opfer mit Reizgas und Fußtritten angegriffen haben soll. Das Trio entkam damals mit mehreren Tausend Euro und dem Mobiltelefon des 62-Jährigen.
Das Opfer blieb leicht verletzt zurück
Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich die Frau an jenem 9. Februar per Facebook mit dem 62-Jährigen verabredet. Gegen 22 Uhr suchte man eine Gaststätte auf, ging dann noch an einen Kiosk und kaufte alkoholische Getränke, die auf einem Spielplatz an der Urbanstraße konsumiert wurden. War die Frau mit den langen schwarzen Haaren zu diesem Zeitpunkt der Lockvogel für Straßenräuber? Plötzlich tauchten nämlich zwei Männer auf, die offenbar wussten, dass bei dem 62-Jährigen ein paar Tausend Euro Bargeld zu holen waren. Das Opfer blieb mit leichten Verletzungen zurück.
Die Suche nach der unbekannten Frau gestaltete sich trotz Facebook-Spur nicht ganz so einfach. Es dauerte bis zum 1. Oktober, ehe die 31-jährige Verdächtige aufgespürt und im Bereich ihrer Wohnanschrift im Großraum Frankfurt festgenommen werden konnte. Ein Richter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehl.
Vom dritten Verdächtigen fehlt noch jede Spur
Einen guten Monat später klickten auch bei dem 31-jährigen mutmaßlichen Komplizen die Handschellen. Beamte des für den Taunus zuständigen Polizeipräsidiums Westhessen konnten bei der Festnahme am 8. November außerdem mehr als 10 000 Euro und ein Mobiltelefon sicherstellen.
Von dem dritten Tatverdächtigen fehlt indes noch jede Spur. Was die Hessen mit Stuttgart verbindet und ob das Trio womöglich öfter auf diese Weise zugeschlagen hat, bleibt vorerst unklar. „Bisher gibt es aber keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten bandenmäßig durch die Lande gezogen wären“, sagt Polizeisprecherin Starke. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.