Wir verlieben uns nicht in den Schreiber, sondern in eine Phantasiegestalt, die wir zu den Worten erfinden“, sagt Philipp Hübl. Foto: dpa

Der Stuttgarter Philosoph Philipp Hübl erklärt, warum viele Menschen beim Treffen ihrer Online-Dates oft enttäuscht sind, obwohl der Nachrichtenaustausch zuvor vielversprechend war.

Stuttgart - Beim Online-Dating kann man sich laut dem Stuttgarter Philosophen Philipp Hübl leichter in Nachrichten verlieben als in das echte Date. „Wir verlieben uns nicht in den Schreiber, sondern in eine Phantasiegestalt, die wir zu den Worten erfinden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„Deshalb ist die Enttäuschung oft groß, wenn man das Online-Date zum ersten Mal analog trifft und er oder sie dem Ideal nicht entspricht.“ Dazu kommt, dass beim Ausfüllen des Online-Profils oder in Nachrichten gerne etwas geflunkert wird, wie Umfragen zeigen. „Wir wollen immer vor uns selbst und anderen in einem guten Licht erscheinen.“ Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart.