Die Zentrale des Pharmahändlers Celesio in Stuttgart-Münster Foto: dpa

Unter dem Strich steht zwar ein Gewinn, doch die Rabattschlacht auf dem Medikamentenmarkt belastetet den Stuttgarter Pharmahändler Celesio. Doch man schaut nach vorn: Auf die Übernahme durch den US-Konzern McKesson.

Unter dem Strich steht zwar ein Gewinn, doch die Rabattschlacht auf dem Medikamentenmarkt belastetet den Stuttgarter Pharmahändler Celesio. Doch man schaut nach vorn: Auf die Übernahme durch den US-Konzern McKesson.

Stuttgart - Die Rabattschlacht im Medikamenten-Großhandel belastet Celesio, mit der geplanten Übernahme durch den US-Konzern McKesson will sich das Unternehmen für die Zukunft wappnen. Neben dem Wettbewerbsdruck kam im dritten Quartal auch ein kräftiger Gegenwind vom starken Euro. Unter dem Strich schrieb das im MDax notierte Stuttgarter Unternehmen von Juli bis September nach einem Vorjahresverlust wieder schwarze Zahlen. Das erst Mitte August gesenkte Ergebnisziel bestätigte der Konzern. Im Mittelpunkt steht derzeit aber der geplante Verkauf des deutschen Konzerns an den US-Pharmahändler McKesson für umgerechnet 6,1 Milliarden Euro.

Aufgrund des immer stärker werdenden Wettbewerbsdrucks - nicht zuletzt auch wegen umfangreicher Sparmaßnahmen im europäischen Gesundheitswesen - war das Celesio-Management auf die Suche nach einem Partner gegangen. Erst Ende Oktober hatte sich mit McKesson ein Käufer gefunden. Den 50,01-Prozent-Anteil des Duisburger Mischkonzerns Haniel hat sich McKesson bereits gesichert. Insgesamt will McKessen mindestens 75 Prozent der Anteile einsammeln, sonst platzt der Deal.

Zusammen sollen die beiden Firmen dann mit rund 81.500 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von mehr als 150 Milliarden US-Dollar (111 Milliarden Euro) einen der größten Pharmagroßhändler bilden.

"Motto Wachstum"

„Dieser geplante Zusammenschluss steht unter dem Motto Wachstum“, sagte Vorstandschefin Marion Helmes. Die Kombination erlaube zwei Marktführern mit sich ergänzenden geografischen Aktivitäten in einem zunehmend globalen Markt zusammenzuarbeiten. „Das ist Grundlage und Basis für langfristigen Erfolg.“ Davon würden alle Celesio-Aktionäre profitieren. Weiter äußerte sie sich jedoch nicht zu dem geplanten Deal.

Störfeuer gibt es jedoch von dem Investor Paul Singer. Er hat sich über seinen Hedgefonds Elliot insgesamt 11,68 Prozent gesichert. Singer ist unter anderem dafür bekannt, sich mit seinem Hedgefonds bei Unternehmen einzukaufen, die vor der Übernahme stehen. In Deutschland hat er dies zum Beispiel bei Kabel Deutschland, das von der britischen Vodafone erst jüngst übernommen wurde, gemacht.

Die andauernde Rabattschlacht bei Medikamenten macht dem Unternehmen Helmes zufolge weiterhin zu schaffen. Sparmaßnahmen und effizientere Strukturen könnten nur einen Teil der negativen Rahmenbedingungen auffangen. Bis zum Jahresende rechnet Celesio mit einem unvermindert harten Preiskampf um Apothekenkunden. „Wir gehen nicht mehr davon aus, dass sich in diesem Jahr die Rabattsituation verbessern wird“, so Helmes. Im kommenden Jahr dürfte sich die Lage aber bessern.

Im dritten Quartal sank das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als 5 Prozent auf 100,4 Millionen Euro. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen nach Minderheiten aber wieder einen Gewinn von 34,8 Millionen Euro nach einem Verlust von 5,1 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um 3,5 Prozent auf 5,26 Milliarden Euro. Für 2013 erwartet der Vorstand einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern zwischen 405 Millionen und 425 Millionen Euro. Celesio beschäftigte zuletzt rund 39.000 Mitarbeiter.

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