Die Absage des talentierten Stimmenfängers Richard Arnold schmälert die Chancen der Stuttgarter CDU bei der OB-Wahl im November, findet Lokalchef Jan Sellner.
Stuttgart - Der Absage-Reigen geht weiter: Richard Arnold, Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd und CDU-Favorit für die OB-Kandidatur in Stuttgart, will nicht in der Landeshauptstadt antreten. Nach dem überraschenden Verzicht von Amtsinhaber Fritz Kuhn hatten auf grüner Seite bereits der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir und Landtagspräsidentin Muhterem Aras abgesagt. Allesamt Persönlichkeiten, die gute Chancen gehabt hätten, die OB-Wahl im November zu gewinnen. Auch etliche andere potenzielle Kandidaten haben abgewinkt.
Was ist eigentlich los? Ist Stuttgart eine ansteckende Krankheit? Warum ist der OB-Posten in der Landeshauptstadt für viele plötzlich so unattraktiv geworden? Der Frage sollte abseits des Wahlkampfs nachgegangen werden.
Die CDU ist dabei, ihre Chancen zu verspielen
Für die Stuttgarter CDU ist die Ausgangslage durch die Absage des talentierten Stimmenfängers Arnold nicht besser geworden. Aus wohlverstandenem Eigeninteresse hätte sie alles daran setzen müssen, den ebenso bodenständigen wie polyglotten Arnold nach Stuttgart zu lotsen und ihm die Kandidatur schmackhaft zu machen – etwa durch ein Signal der Geschlossenheit. Dazu war der Stuttgarter Kreisverband nicht willens oder nicht in der Lage. Die Rolle von CDU-Kreischef Stefan Kaufmann, der eigene OB-Ambitionen hegt, ist weiterhin unklar.
Die CDU ist dabei, ihre Chancen zu verspielen. Sie braucht dringend eine Kandidatin oder einen Kandidaten, der die Mindestanforderung der Bewerbung erfüllt: für Stuttgart in positivem Sinne zu brennen. Umgekehrt braucht Die- oder Derjenige den Rückhalt der Partei.
jan.sellner@stzn.de