Das Stuttgarter Rathaus. Foto: Leif Piechowski

Fritz Kuhn von den Grünen geht am Sonntag als Favorit in die OB-Wahl in der Landeshauptstadt. Die vermutlich steigende Wahlbeteiligung könnte aber vor allem Sebastian Turner nützen.

Stuttgart - 415.309 wahlberechtigte Stuttgarter entscheiden am Sonntag, wer die Stadt als Verwaltungschef vom 7. Januar 2013 an für acht Jahre führt. Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) tritt nicht mehr an. Er wird am 5. Januar vor 1200 geladenen Gästen bei einem Festakt im Kongresszen­trum Liederhalle verabschiedet.

Als Favorit im zweiten Anlauf zur Neuwahl gilt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Fritz Kuhn (57), der am 7. Oktober im ersten Wahlgang 36,5 Prozent erreichte, zwei Prozent oder 3742 Stimmen mehr als Sebastian Turner. Der Werbefachmann und Unternehmer aus Berlin wurde von der CDU nominiert und wird von FDP und Freien Wählern unterstützt.

Wahlbeteiligung könnte höher liegen als beim ersten Urnengang

Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit zum Sieg. Kuhn und Turner können auf Stimmen aus dem Lager der SPD und von Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS) hoffen. Die parteilose SPD-Kandidatin Bettina Wilhelm tritt nach 15,1 Prozent im ersten Wahlgang nicht mehr an. Der Kreisverband der Genossen empfahl den SPD-Anhängern einstimmig, für Kuhn zu votieren. Doch laut Umfragen kann auch Turner mit vielen Stimmen aus diesem Lager rechnen.

Für SÖS konnte der Stuttgart-21-Gegner Hannes Rockenbauch 10,4 Prozent holen. Es ist aber fraglich, ob die Bahnhofsgegner den Grünen zufallen. Rockenbauch und Kuhn hatte sich im Wahlkampf heftig attackiert. Würde Kuhn gewinnen, wäre er das erste Grünen-Stadtoberhaupt in einer Landeshauptstadt.

Die Wahlbeteiligung könnte nach Aussagen des Statistischen Amts der Stadt höher liegen als beim ersten Urnengang (46,7 Prozent). Einen Hinweis darauf gibt die auf 56.000 gestiegene Zahl der Briefwahlanträge. Zur OB-Wahl treten insgesamt neun Kandidaten an.

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