Der sogenannte Urbanic-Campus nahe des Porscheplatzes wird 2021 neuer Standort von Siemens. Foto:  

Siemens verlässt in rund zwei Jahren seine Niederlassung an der Weissacher Straße in Weilimdorf. Künftig will man vom neuen Urbanic-Campus in Zuffenhausen aus die Geschäfte führen.

Weilimdorf/Zuffenhausen - Die Nachricht kam recht plötzlich, doch schon in zwei Jahren will die Siemens-Niederlassung von Weilimdorf nach Zuffenhausen ziehen. Von 2021 an wird der größte Vertriebs- und Servicestandort von Siemens in Deutschland seinen Sitz im sogenannten Urbanic haben. Der hochmoderne Campus entsteht derzeit auf dem ehemaligen Speditionsareal der Fritz OHG an der Lorenz- und Schwieberdinger Straße in Zuffenhausen.

Noch weilt Siemens mit seinen rund 1900 Mitarbeitern am Standort an der Weissacher Straße 11 (W11). In direkter Nachbarschaft baut der Vermieter, das Immobilienunternehmen Wöhr und Bauer, mit dem W9 einen neuen Bürokomplex. Diesen hat sich das Software-Unternehmen Vector als Mieter bereits gesichert. Auch Siemens plante in ein neues Gebäude umzuziehen. Doch das Traditionsunternehmen, das jüngst sein 125-jähriges Bestehen in Stuttgart gefeiert hat, entschied sich trotz der Option nach eigenen Angaben für einen neuen Standort. „Für Zuffenhausen haben wir uns aufgrund der Vorteile, die es gegenüber dem Standort Weilimdorf bietet, entschieden“, sagt Siemenssprecherin Evelyn Necker.

„Hochmodernes und nachhaltiges Arbeitsumfeld“

Auf dem ehemaligen Speditionsareal der Fritz OHG wird das Projekt Urbanic bereits umgesetzt. Der Campus ist 2,4 Hektar groß und soll 20 000 Quadratmeter Büroflächen haben. Diese werden durch ein Betriebsrestaurant und Café, einen Shop sowie einen Kiosk und eine Kindertagesstätte ergänzt.

„Der Standort ist eine perfekte Umgebung für die Planung und Umsetzung unserer Projekte in der Region“, teilt Dietmar Langmaier, Leiter der Siemens Real Estate Südwest, mit. Der Campus biete den Mitarbeitern in Stuttgart ein hochmodernes, innovatives und nachhaltiges Arbeitsumfeld. Die direkte Anbindung zur Autobahn 81 und die nahe gelegene S-Bahn-Station am Porscheplatz hebt das Unternehmen ebenfalls als Plus hervor. Weder an der Mitarbeiterzahl noch an den Geschäftsbereichen soll sich im Übrigen etwas ändern. „Alle Einheiten der Vertriebs- und Service- Organisation Siemens Deutschland sowie die Siemens Industry Software GmbH, die auch in Weilimdorf ansässig ist, werden umgezogen“, erklärt Necker.

Vermieter rechnete mit Weggang von Siemens

Die Zukunftspläne des Unternehmens überraschten das Münchner Immobilienunternehmen Wöhr und Bauer allerdings nicht. „Die Meldung, dass Siemens das W11 verlassen will, entsprach unseren Erwartungen“, sagt der Projektleiter der Firma, Gerhard Feuchtgruber, auf Nachfrage unserer Zeitung. Man sei bereits beim Kauf des Gebäudes im vergangenen Jahr davon ausgegangen, dass Siemens in einigen Jahren ausziehen werde. „Sie hatten uns wegen der Flächen im Neubau W9 angefragt“, sagt Feuchtgruber. Allerdings erhielt die Firma Vector den Zuschlag für die rund 25 000 Quadratmeter große Fläche an der Weissacher Straße. Dass sich Siemens dann umorientieren werde, sei klar gewesen.

Wöhr und Bauer hat nun vor, die etwa 30 000 Quadratmeter von Siemens erst einmal zu renovieren. Voraussichtlich Mitte 2023 könnte der neue Mieter einziehen. „Es gibt bereits erste vage Interessenten beziehungsweise Interessensbekundungen. Der Zeitraum bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit der renovierten Büroflächen ist aber noch zu lange, um konkrete Gespräche führen zu können“, sagt Gerhard Feuchtgruber. Bis zum Jahr 2023 wird dann auch die heutige Siemenskantine modernisiert sein. „Es soll ein modernes Mitarbeiterrestaurant und eine Cafeteria entstehen. In Zukunft sollen diese Einrichtungen den zentralen Kommunikationspunkt im Campusgelände bilden“, betont er.

Die Gebäude W9 und W11 bilden gemeinsam den sogenannten Wissenscampus im Gewerbegebiet Weilimdorf – einen Business-District mit insgesamt rund 63 000 Quadratmeter Gebäudefläche. Das von Wöhr und Bauer entwickelte Konzept sieht dort einen Standort für wissens- und innovationsgetriebene Unternehmen vor. Unter anderem ist auch das Softwareunternehmen Atos IT dort untergekommen.

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