Wenn Mütter zornig werden, bekommt die Polizei Straftäter frei Haus geliefert.... Foto: dpa

Irgendwann ist mal Schluss mit der mütterlichen Liebe. Eine 63-jährige Mutter hatte genug von den Eskapaden ihres Sohnes – und marschierte zum nächsten Polizeirevier.

Stuttgart - So lassen sich Straftaten ganz leicht aufklären – wenn selbst Mütter genug von ihren ungeratenen Söhnen haben, können die Tatverdächtigen schon mal frei Haus geliefert werden. So berichtete die Polizei am Montag über einen ungewöhnlichen Fall, der sich im Stuttgarter Norden zutrug. Eine 63 Jahre alte Frau aus einem Wohnquartier im Bereich des Herdwegs machte sich am Freitagnachmittag zum Polizeirevier in der Wolframstraße auf, um Anzeige zu erstatten. Dabei erklärte sie den Beamten, dass ihr Sohn sie beleidige, bedrohe und schlage. Außerdem würde er offenbar Rauschgift konsumieren. Der Vorgang, der gegen 15 Uhr zu Protokoll genommen wurde, hatte durchaus einen ernsten Hintergrund. Als Beweis für den Drogenkonsum brachte die Mutter nämlich ein Tütchen Marihuana mit.

Der Polizei war der 22 Jahre alte Sohn bereits einschlägig bekannt. Zumindest war dessen Drogenvergangenheit in den Akten festgehalten. Als die Beamten später das Zimmer des jungen Manns durchsuchten, fanden sie nach ersten Erkenntnissen etwa 30 Gramm Marihuana, eine Schreckschusswaffe, eine Sturmhaube und weitere Beweismittel. Die Fundstücke wurden beschlagnahmt.

Die Polizisten nahmen den 22-Jährigen an seiner Arbeitsstelle vorläufig fest. Neben einem Wohnungsverweis muss er nun zusätzlich mit Anzeigen wegen Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung und Rauschgifthandels rechnen. Er kam auf freien Fuß. Wie die Wohnverhältnisse derzeit sind, ist nicht überliefert.

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