Aufgeräumt sieht er aus, der Max-Eyth-See bei Mühlhausen. In zwei Mähaktionen wurden tonnenweise Wasserpflanzen von der Wasseroberfläche entfernt. Die Pflanzen hatten allerdings auch ihr Gutes.
Was macht man mit einem See? Antwort: Man mäht ihn! Jedenfalls dann, wenn der See Max-Eyth-See heißt und mit Hornblatt, einer Wasserpflanze, zugewachsen ist. Nun ist die Mahd zu Ende. „Am Dienstag hatte das Mähboot seinen letzten Einsatz“, bestätigte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage.
Laut Pressemitteilung wurden dem Max-Eyth-See in diesem Jahr rund 160 Tonnen an Wasserpflanzen entnommen. Man trage auf diese Weise dazu bei, „dass Wassersport in einem naturverträglichen Maß“ auf dem See möglich sei. Gleichzeitig betont die Stadt: „Wasserpflanzen sind für ein künstliches Stillgewässer wie den Max-Eyth-See wichtig. Sie nehmen Nährstoffe aus dem Schlamm auf, verhindern ein hohes Aufkommen an Algen und Blaualgen, und sie bieten Lebensräume für Fische und andere Tiere.“ Erst der Abbau abgestorbener Wasserpflanzen werde zum Problem, weil dabei viel Sauerstoff im Wasser verbraucht werde: „Somit ist eine Mahd kurz vor dem Absterben großer Mengen an Wasserpflanzen sinnvoll.“
„Die beste Wasserqualität seit 2019“
Eine erste Mähaktion hatte Ende Juli stattgefunden. Die Naturschutzbehörde legt Wert darauf, dass jeweils nur eine Teilfläche des Sees gemäht wird. Das Vogelschutzgebiet und die Randbereiche außerhalb der Steganlagen sind für die Mäher tabu. Außerdem gilt laut Stadt: Das Mahdgut muss einige Tage zum Trocknen gelagert werden, bevor es entsorgt werden darf. Zum Abschluss der Mähaktion besuchten am Dienstag Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz und der Kabarettist Christoph Sonntag den See. Sonntag engagiert sich mit seiner gleichnamigen Stiftung seit vielen Jahren für das Gewässer. Beide berichteten von einer „positiven Entwicklung“: „Der Max-Eyth-See hat die beste Wasserqualität seit 2019.“ Mutz betonte, man ergreife seit Jahren Maßnahmen, um die Wasserqualität zu verbessern. „Und das mit Erfolg.“
2018 sah das noch anders aus. Eine Blaualgenplage hatte ein großes Fischsterben verursacht. Seitdem habe sich der Sauerstoffgehalt des Max-Eyth-Sees deutlich erhöht, sodass es wieder eine ausgewogene Fischpopulation im See gebe, sagte Munz. Durch „eine Vielzahl an Eingriffen“, deren Kosten sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen, sei es gelungen, den See „ins ökologische Gleichgewicht zu bringen“. Einer dieser Eingriffe betrifft den Neckarzufluss. Er wurde geschlossen. „Dadurch gelangt kein Flusswasser mehr in den See, das das Seewasser mit Nährstoffen anreichern kann“, betonte der Tiefbauamtsleiter. Das Neckarwasser sei zu nährstoffreich und könne den See zum Kippen bringen. Außerdem stünden seit drei Jahren vier mobile Belüfter bereit, um im Ernstfall kurzfristig die Sauerstoffwerte im Wasser zu stabilisieren und den Fischbestand zu schützen.
Auch rein optisch hat sich seitdem etwas getan: Man sieht wieder den Seegrund. „Zuvor war der Max-Eyth-See eine braune Brühe“, sagte Sonntag. Der Kabarettist und seine Stiftung wollen „das Ökosystem Max-Eyth-See“ verbessern helfen. Den Angaben zufolge haben sie ein ungenutztes Trinkwasserpumpwerk der EnBW in den Neckarauen wieder aktiviert und eine Wasserleitung zum See gebaut. Auf diese Weise könne der See, der keinen natürlichen Zufluss hat, mit Frischwasser versorgt werden. Am nördlichen Ufer hat die Stiftung zudem das „Grüne Klassenzimmer“ etabliert. Ziel ist, das Thema Gewässerökologie in schulische Unterrichtseinheiten zu integrieren.