Von links: Stuttgarts Staatstheater-Lenker Kosminski, Schoner, Detrich, Hendriks Foto: dpa

Näher dran an herausragenden Persönlichkeiten – der Treffpunkt Foyer der „Stuttgarter Nachrichten“ macht es möglich. Am 25. Oktober sind die Intendanten Viktor Schoner, Tamas Detrich, Burkhard C. Kosminski und Marc-Oliver Hendriks in der Liederhalle Stuttgart zu Gast.

Stuttgart - Tamas Detrich ist im Staatstheater Stuttgart im besten Sinn ein alter Hase. Viele Jahre als Tänzer aktiv und dort als Erster Solist in der ersten Reihe, kennt er als Stellvertreter von Intendant Reid ­Anderson auch die Herausforderungen an der Spitze des größten Dreispartenhauses Europas. Und doch „fühlt sich jetzt vieles neu an“, sagt Detrich.

Tamas Detrich setzt auf „Aufbruch!“

„Guten Tag, mein Name ist Tamas ­Detrich, ich bin jetzt seit drei ­Tagen Intendant des Stuttgarter Balletts“, begrüßte er jüngst das Publikum bei der Eröffnung der Ausstellung mit Werken der Bühnen­f­oto­grafin Gundel Kilian in der Stuttgarter ­Galerie Andreas Henn. Ein wenig verlegen fast und doch mit einem klaren Anspruch.

„Aufbruch!“ heißt denn auch ein Abend mit drei Uraufführungen. Im Februar 2019 wird das Stuttgarter Ballett die Stücke von Nanine Linning, Katarzyna Kozielska und Edward Clug präsentieren – passend zu den Feierlichkeiten der Begründung der Weimarer Verfassung vor 100 Jahren als Koproduktion mit dem Nationaltheater Weimar.

Stuttgarts neue Musketiere

„Aufbruch!“ also – und diesen gibt es in diesen Tagen im Staatstheater Stuttgart „überall und absolut“, sagt Marc-Oliver Hendriks. Er ist seit 2009 Geschäftsführender Intendant und bildet mit den Künst­lerischen Intendanten der Staatsoper ­Stuttgart, des Stuttgarter Balletts und des Schauspiels Stuttgart das Leitungsquartett des ­Staatstheaters. Eine weithin einmalige Konstruktion. Als die „vier Musketiere“ hat man Hendriks im Leitungsbund mit Reid Anderson (Ballett), ­Jossi Wieler (Oper) und Armin Petras (Schauspiel) gern bezeichnet.

Spielzeiteröffnungsfest an diesem Sonntag

Und nun? Da die neuen Künstlerischen Intendanten ­Tamas Detrich (Ballett), Viktor Schoner (Oper) und Burkhard C. Kosminski (Schauspiel) an diesem Sonntag, 23. September, von 13 Uhr an mit einem Spielzeiteröffnungsfest in und um die Spielstätten Opernhaus und Schauspielhaus offiziell in ihre ersten Stuttgarter Spielzeiten starten?

„Mit einem dreifachen Intendantenwechsel“, sagt Hendriks, „steht das Neue im ­Vordergrund. Eine Vielzahl an bevorstehenden Aufgaben und Veränderungen.“ Und er ergänzt: „Drei neue Intendantenkollegen auf einen Schlag, das kenne ich so auch noch nicht.“ Wie er sich damit fühlt? „Sehr ­motiviert!“, sagt Marc-Oliver Hendriks. „Ich bin freudig gespannt, was diese, aber auch die weiteren Spielzeiten den Staatstheatern alles bringen werden.“

Opernstart mit „Lohengrin“ national beachtet

Bringen werden sie in jedem Fall eine schon jetzt viel beachtete Premiere am 29. September: ­Richard Wagners „Lohengrin“ – in der Inszenierung von Árpád Schilling. Die musikalische Leitung hat der ebenfalls neue Stuttgarter Generalmusikdirektor Cornelius Meister. Seit neun Monaten bereitet Schoner, der von der Bayerischen Staatsoper in München nach Stuttgart kam, die „Lohengrin“-Premiere vor.

Theater will zu den Menschen kommen

So zurückhaltend man Schoner bisher in Stuttgart erlebte – nun scheint der Vater von drei Kindern überall und voller Energie. „Oper“, sagt er, „muss mit der Gesellschaft zu tun haben.“ Da stimmt ihm der neue Schauspiellenker Burkhard C. Kosminski „unbedingt“ zu. Folgerichtig macht Kosminski die besondere Situation in Stuttgarts Stadtmitte zum künstlerischen Thema.

„Probe Grube“ heißt das Projekt, mit dem der international ­ renommierte Skulpturenkünstler Tobias ­Rehberger nicht weniger als das „utopische Potenzial“ des neuen Tiefbahnhofs für die Stadtentwicklung „freisetzen“ will. ­Ursprünglich für die Spielzeiteröffnung ­gedacht, wird „Probe Grube“ nun im ­Frühjahr 2019 realisiert. Das Signal aber bleibt: Das Theater will und soll zu den ­Menschen in der Stadt kommen.

„Jahrhundertprojekt“ Opernhaus-Sanierung stockt

Werden aber nicht alles Tempo und alle Energie des Neustarts überlagert von der Diskussion über die geplante Sanierung des Opernhauses und die Erweiterung des Staatstheater-Areals mit einem Neubau­volumen von 10 000 Quadratmetern ­­­­Nutz­fläche und erheblich mehr Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit? Mit einem entsprechenden Kabinettsbeschluss hat die baden-württembergische Landesregierung ihre ­Absicht untermauert, das „Jahrhundert­projekt“ (Ministerpräsident Winfried ­Kretschmann) realisieren zu wollen.

Voraussetzung dafür wäre eine voll ­funktionsfähige Ersatzspielstätte für die Oper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett mit 1400 Besucherplätzen.

Mit dem ehemaligen Paketpostamt am Nordbahnhof schien bereits ein idealer Standort gefunden. Nach Kostenschätzungen von mehr als 100 Millionen Euro hat die Stadt Stuttgart, gemeinsam mit dem Land Träger des Staatstheaters, für den Interimsstandort aber alleine verantwortlich, auf Rot geschaltet. Im Klartext heißt dies: Oper und Ballett werden das Opernhaus am Eckensee nicht vor 2024 räumen.

Hendriks: „Wir sind bereit“

Saisonstart, Publikumserwartungen, ­Sanierungsdiskussion – für Tamas Detrich, Burkhard C. Kosminski, Viktor Schoner und Marc-Oliver Hendriks geht es um viel. „Wir sind bereit“, sagt Marc-Oliver Hendriks.

Und mit welchen Gefühlen begleitet der Geschäftsführende Intendant inmitten allen Trubels die anstehende Japan-Tournee des Stuttgarter Balletts? „,Junge, komm bald wieder!‘“, rufe ich Tamas Detrich zu“, sagt Hendriks. „Die Staatstheater freuen sich sehr über die Erfolge des Stuttgarter Balletts auf dem internationalen Parkett. Zu Hause ist es aber doch am schönsten.“ Wer wollte ihm da widersprechen.

Treffpunkt Foyer – So können Sie dabei sein

Erstmals überhaupt stehen beim Treffpunkt Foyer am Donnerstag, 25. Oktober, im Hegelsaal der Liederhalle Stuttgart die neuen Künstlerischen Intendanten des Staatstheaters Stuttgart gemeinsam auf einer öffentlichen Bühne: Viktor Schoner (Oper), Tamas ­Detrich (Ballett) und Burkhard C. Kosminski (Schauspiel) geben seit 15. September die künstlerischen Leitlinien im größten Dreispartenhaus Europas vor. Gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Intendanten Marc-Oliver Hendriks bilden sie das Quartett für die Schritte in die Staatstheater-Zukunft.

Wie werden die Nachfolger von Jossi Wieler, Reid Anderson und Armin Petras die international renommierte Oper Stuttgart, das weltbekannte Stuttgarter Ballett und das für seine innovativen Spielformen bekannte Schauspiel Stuttgart positionieren? Mit welchen Mitteln wollen sie das Publikum begeistern? Und wie wollen sie gemeinsam mit Marc-Oliver Hendriks die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann als „Jahrhundertprojekt“ benannte Sanierung des Opernhauses und Erweiterung des Staatstheaters mit bewältigen? Antworten auf diese und andere Fragen geben Viktor Schoner, Tamas Detrich, Burkhard Kosminski und Marc-Oliver Hendriks beim Treffpunkt Foyer der Stuttgarter Nachrichten am 25. Oktober um 19 Uhr im Hegelsaal der Liederhalle Stuttgart.

Was aber wäre ein Treffpunkt-Foyer-Abend zum Staatstheater Stuttgart ohne künstlerische Glanzpunkte! Alle drei Sparten werden auf ihre Weise für ihre Kunstform werben.

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