Wolfgang Drexler fand in seiner Abschiedsrede deutliche Worte zur AfD. Foto: dpa

Bei seiner Abschiedsrede im Landtag nahm sich SPD-Politiker Wolfgang Drexler die AfD zur Brust. Er sprach von Rassismus und Tabubrüchen. Er appellierte auch an die Vernunft der anderen Fraktionen.

Stuttgart - Der SPD-Politiker Wolfgang Drexler hat seine letzte Plenumssitzung für Kritik an der AfD im Landtag genutzt. Er habe sich in seinen 30 Jahren im Landtag nicht vorstellen können, dass es in Baden-Württemberg möglich sei, dass man Ordnungsrufe der Landtagspräsidentin nicht akzeptiere und sie rassistisch angehe, „indem man ausschließlich die Frage des Geburtsorts zum Maßstab ihres Handelns nimmt - das ist Rassismus, liebe Kolleginnen und Kollegen“, sagte der 72-Jährige bei seiner Abschiedsrede am Donnerstag.

Drexler forderte die anderen Fraktionen auf, darauf zu achten, dass solche Dinge wie der Eklat um die AfD-Politiker Stefan Räpple und Wolfgang Gedeon nicht mehr vorkomme. „Das ist ein Tabubruch, den ich eigentlich aus der Geschichte nur am Ende der Weimarer Zeit erlebt habe, wo systematisch von Nationalsozialisten und der rechten Seite versucht wurde, Repräsentanten des Parlaments und das Parlament selber kaputtzumachen, zu verleumden, zu diskreditieren, zu beleidigen.“ Mehrere Abgeordnete der AfD-Fraktion verließen während der Rede Drexlers den Sitzungssaal.

Politiker mit Leidenschaft

Vergangene Woche waren die AfD-Politiker Räpple und Gedeon nach mehreren Zwischenrufen von der Sitzung ausgeschlossen worden. Erst unter Begleitung der Polizei hatten sie den Saal verlassen.

Drexler sitzt seit 1988 im Landtag. Er war unter anderem Landtagsvizepräsident, leitete zwei Untersuchungsausschüsse zu den NSU-Morden, war Generalsekretär der Südwest-SPD sowie Chef der SPD-Landtagsfraktion und Sprecher des Milliarden-Bahnprojektes Stuttgart 21. Präsidentin Muhterem Aras (Grüne) würdigte Drexlers Verdienste. Er habe dem Landtag ein Gesicht gegeben und mit Leidenschaft das Profil der Volksvertretung geschärft. „Der Landtag ist Ihnen zu großem Dank verpflichtet“, sagte Aras.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: