Die Polizei muss bei einem versuchten Tötungsdelikt in den eigenen Reihen ermitteln. Foto: dpa

Auch Polizisten-Ehen können scheitern – in einem Fall gibt es besonders dramatische Umstände. Eine Beamtin soll ihren Mann mit Gift zu töten versucht haben.

Stuttgart/Reutlingen - Wegen eines versuchten Tötungsdelikts an ihrem Ehemann sitzt eine 39-jährige Polizeibeamtin in Haft. Die Polizistin ist beim Polizeipräsidium Reutlingen beschäftigt. Um neutrale Ermittlungen zu gewährleisten, hat die Stuttgarter Kripo den Fall übernommen.

„Es ist ein dringender Tatverdacht gegeben“, sagt Tatjana Grgic, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Tübingen, „daher wurde Haftbefehl erlassen.“ Wegen der Zugehörigkeit der Beschuldigten zur Reutlinger Polizei habe man „nicht dieselbe Dienststelle“, sondern ein benachbartes Polizeipräsidium mit den Ermittlungen betraut. In diesem Fall Stuttgart. Das Polizeipräsidium Reutlingen ist für die Landkreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen zuständig.

Der Betroffene ist selbst Polizist

Der Ehemann, nach Informationen unserer Zeitung ebenfalls Polizeibeamter, hatte selbst die Anzeige erstattet und die mutmaßlichen Beweise geliefert. Nach den bisherigen Erkenntnissen war der 52-Jährige am Sonntag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er hatte offenbar Vergiftungserscheinungen, befand sich aber bald auf dem Weg der Besserung. Die Ärzte konfrontierten den Mann dann mit ihrer vorläufigen Diagnose, dass eine Vergiftung durch toxische Substanzen vorgelegen habe.

Der 52-jährige Polizist erstattete am Mittwoch Anzeige und legte dabei wohl auch schlüssige Verdachtsmomente vor. „Die Ermittler haben noch am gleichen Tag reagiert und die Beschuldigte festgenommen“, sagt der Stuttgarter Polizeisprecher Olef Petersen. Ob die Beschuldigungen zutreffen, warum sich die womöglich zerrüttete Ehe so dramatisch zuspitzte, welche Motive die 39-Jährige gehabt haben könnte – „das alles wird nun ermittelt“, sagt Petersen. Dass Beamte selbst ins Visier von Ermittlungen geraten, ist nicht ungewöhnlich. In Stuttgart nimmt das Dezernat Amtsdelikte schwarze Schafe in den eigenen Reihen ins Visier. Hier ermittelt indes die Mordkommission.

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