Werner Wölfle muss seine Rolle beim Kuwait-Geschäft des Klinikums erklären. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Nicht alles ist neu, was jetzt über Werner Wölfles Rolle beim Kuwait-Geschäft bekannt geworden ist. Aber einige Details bringen den Bürgermeister in Erklärungsnöte, findet Mathias Bury.

Stuttgart - Der lange Schatten, den der Klinikskandal nun schon seit Jahren wirft, wird immer länger. Und er erfasst mehr und mehr auch die, welche in der Sache politische Verantwortung getragen haben. Das ist zuallererst Werner Wölfle. Nach dem Revirement auf der Bürgermeisterbank ist er nun zwar für das Sozialreferat, seinem Wunschressort, zuständig, abgeschüttelt hat er dadurch die Kritik aber längst nicht.

Einiges war schon bekannt

Nun muss man sagen: Der jüngst bekannt gewordene SMS-Verkehr zwischen Wölfle und dem früheren Leiter der Auslandsabteilung im Klinikum bietet kein komplett neues Bild. Teile davon waren vor geraumer Zeit bereits an die Öffentlichkeit gelangt, ohne dass dies schwerwiegendere Folgen für Wölfle gehabt hätte. Die neuen Details dürften ihm allerdings mehr Probleme machen. Sie erzeugen den Eindruck, dass er seine Rolle beim Zustandekommen des Kuwait-Vertrags womöglich nicht ganz so offen dargestellt hat, wie man das hätte erwarten können. Dieser Umstand, so er ihn im Lauf der Woche nicht noch ausräumen kann, sät Misstrauen und nährt Spekulationen.

Die Kommunalwahl steht bevor

Alleine die Dauer der Klinikaffäre und die immer wieder erhobenen Verwürfe beschädigen den Ruf des früheren Krankenhausbürgermeisters. In den nächsten Monaten vor der Kommunalwahl wird diese Welle vermutlich nicht abflauen. Der Sozialbürgermeister wird also einiges tun müssen, wenn er die entstandene Stimmung wieder drehen will. Dass nun auch noch der Oberbürgermeister, der bekanntlich das gleiche Parteibuch hat wie Wölfle, in die Sache hineingezogen wird, macht das Ganze nicht einfacher. Der Druck steigt. Der Ausgang ist offener denn je.

mathias.bury@stzn.de

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