OB Kuhn würdigt die Arbeit, die im Kinderkrankenhaus Olgäle seit 175 Jahren geleistet wird. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stuttgarter Kinderklinik „Olgäle“ wird 175 Jahre alt. Dieses Jubiläum nutzten OB Kuhn und andere zu Lobreden auf das Krankenhaus, in dem „er nicht nur Patient, sondern auch Mensch ist“, wie es ein kranker Jugendlicher sagte.

Stuttgart - Allein der Gedanke, „dass es unser Olgäle gibt“, sei für Familien aus Stuttgart und Umgebung beruhigend, stellte Oberbürgermeister Fritz Kuhn in seiner Festrede vor über 250 Ehrengästen fest und betonte: „Mit dem Neubau 2014hat die Stadt dafür gesorgt, dass das Olgäle die erste Adresse für Kinder- und Jugendmedizin in Stadt und Land bleibt.“ Kuhn nannte das Olgäle einen „Meilenstein in der Übernahme staatlicher Verantwortung für die Gesundheit von Kindern, ungeachtet ihrer sozialen Stellung“.

Ort der Zuwendung

Daran anknüpfend, beschrieb der Staatsminister Klaus-Peter Murawski, der den in Berlin gebundenen Ministerpräsidenten vertrat, das Olgäle als „eine Erfolgsgeschichte“. Mit entscheidend dafür sei, die neben der Olgäle-Stiftung „schier nicht zu zählende Zahl an Initiativen der Unterstützung“, die auch die „elementare emotionale Verankerung“ des Kinder-Hospitals in der Bürgerschaft spiegele. Bedenklich nannte er die „anderswo verbreitete Denkweise, dass unsere Krankenhäuser reine Objekte betriebswirtschaftlicher Optimierung werden. Sie müssen auch Orte der Zuwendung bleiben“. Die frühe und anhaltende Förderung durch die Namenspatronin Königin Olga rekapitulierend, fragte Murawski: „Und wo bleibt eigentlich das Denkmal für sie?“ Eine Hommage an die Zarentochter, die Musik in den Ohren der Gäste aus der Wolga-Stadt Samara war.

„Nicht nur Patient, auch Mensch“

In einer siebenköpfigen Talkrunde versammelte sich dann geballte Klinik-Kompetenz, wobei sich die „Halbgötter in Weiß“ dank des Moderators auch als „ganz normale Familienmenschen“, zeigen durften. Deutlich wurde auch anderes: Etwa, dass das Olgäle dank des medizinischen Niveaus und der Präsenz aller Fachbereiche selbst für Mediziner der berühmten Berliner Charité eine „Karriere-Alternative“ ist. Dass im Olgäle sich „alles unter einen Dach“ befinde, die Spezialisten nach dem „Mehr-Augen-Prinzip“ eng kooperierten, ermögliche „die beste Therapie für die Patienten“. Außerdem werde sehr auf den kollegialen Umgang geachtet, denn das strahle auch auf die Patienten ab.

Eine berührende Liebeserklärung ans Olgäle gab dann der Mukoviszidose-Patient Rossi. Im Olgäle habe er erlebt, dass er nicht nur „ein Patient, sondern auch ein Mensch“ sei. Rossis Schlusssatz hätte auch sehr gut als Motto der Geburtstagsfeier getaugt: „Grazie, mein Olgäle! Schön, dass es dich gibt!“

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