Die Ablösesumme war nicht von Pappe. Doch Kevin Dicklhuber hat beim Sieg der Stuttgarter Kickers beim SGV Freiberg erstmals gezeigt, dass er mit seiner individuellen Klasse den Unterschied ausmachen kann.
Freiberg/Neckar - Abgekämpft, schweißüberströmt, aber überglücklich stand der Mann des Tages nach den spannenden 90 Minuten auf dem Spielfeld und deutete hinüber zu den mitgereisten Fans der Stuttgarter Kickers: „Wahnsinn, wie sie uns gepuscht haben. Mit diesem Erfolg haben wir ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Wir sind jetzt richtig angekommen“, sagte Kevin Dicklhuber nach dem 1:0(0:0)-Sieg der Blauen vor 1400 Zuschauern beim SGV Freiberg.
Mit einem Traumtor mit seiner linken Klebe hatte der Neuzugang vom 1. Göppinger SV das entscheidende Tor im Spannung erwarteten Oberliga-Topduell erzielt (53.). Nachdem der SGV vor der Pause dominiert hatte, ließen die Kickers nach der Führung keine zwingenden Freiberger Chancen mehr zu. Die Abwehr um den starken Ruben Reisig (der für den Magen-Darm-geschwächten Julian Leist in die Dreierkette gerückt war) stand gut, vorne sorgte vor allem der agile und laufstarke Techniker Mohamed Baroudi für Unruhe.
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Der 19-Jährige zeigte auch ein vorbildliches Pressing-Verhalten, klaute dem Gegner immer wieder Bälle. Doch den entscheidenden Unterschied machte Dicklhubers Klasse beim Tor aus: „Er kann Spiele allein entscheiden. Genau deshalb haben wir ihn geholt“, sagte Trainer Ramon Gehrmann. Genau deshalb war der 32-Jährige den Blauen auch eine Ablösesumme in Höhe von – nach Informationen unserer Zeitung – 40 000 Euro wert. „Ich bin total heiß, hier etwas zu bewegen und möchte mit den Kickers unbedingt aufsteigen“, sagt Dicklhuber, der in Göppingen unter Trainer Gianni Coveli einige Privilegien genoss und gewisse Freiräume auf dem Spielfeld auch benötigt, um seine Qualitäten zu entfalten.
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Der Knaller von Dicklhuber und die insgesamt starke Reaktion der kampf- und willensstarken Kickers auf die Pleite gegen den FC Astoria Walldorf II (0:1) lässt Gehrmann nun in Ruhe weiterarbeiten. „Es hatte eine Totengräber-Stimmung geherrscht, und es war psychologisch schwer, ohne ein Erfolgserlebnis in dieses Topspiel zu gehen“, sagte der Trainer. Jetzt soll am Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen den SSV Reutlingen nachgelegt werden. „Wir haben die Qualität, dieses Derby zu gewinnen“, sagte Dicklhuber, der seine individuelle Klasse nun auch in einem Heimspiel zeigen will. Gegen einen Gegner, dessen Fans ihn seit Jahren auf dem Kieker haben. Doch einen Mann wie Dicklhuber stachelt das nur zusätzlich an.
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