Wer hat am Ende die Nase vorn? Die Kickers mit Christian Mauersberger (re.), der VfB II mit Laurin Ulrich oder doch die TSG Hoffenheim II? Foto: Baumann/Julia Rahn

Der Begriff vom „Schneckenrennen“ macht drei Spieltage vor Schluss die Runde, wenn es um den Drittliga-Aufstieg geht. Stuttgarter Kickers, TSG Hoffenheim II, VfB II – wer hat die besten Karten? Und warum soll der VfB II am letzen Spieltag gegen Hoffenheim II in Reutlingen spielen?

„Es entwickelt sich ein stabiles Schneckenrennen hintenraus.“ Mit diesen Worten hat Vincent Wagner, der Trainer des Fußball-Regionalligisten TSG 1899 Hoffenheim II, den Kampf um den Aufstieg in die dritte Liga beschrieben. Seine Mannschaft hat von möglichen neun Punkten aus den vergangenen drei Spielen nur einen geholt – am Samstag daheim mit dem 1:1 gegen den als Absteiger feststehenden TSV Schott Mainz. Zuvor hatte es zwei 0:1-Niederlagen beim TSV Steinbach Haiger und bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gesetzt.

 

Hochspannung an der Spitze

Durch die Patzer der Bundesligareserve aus dem Kraichgau bleiben die Stuttgarter Kickers mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Mit dem 1:3 beim FSV Frankfurt und dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart II haben die Blauen allerdings die große Chance verpasst, sich vorentscheidend abzusetzen. So aber bleibt es hochspannend.

Die U21 der Weiß-Roten präsentiert sich unterdessen im Kalenderjahr 2024 von allen Spitzenteams am stabilsten. In zehn Spielen gab es nur eine Niederlage – zu Hause beim 0:1 gegen Kickers Offenbach. Umso ärgerlicher für die Elf von Trainer Markus Fiedler, dass sie die 2:0-Führung im kleinen Stadtderby im Gazi-Stadion vor 9550 Zuschauern nicht über die Zeit brachte. Im Falle eines Sieges wäre der VfB II bis auf einen Punkt an die Kickers herangekommen, so sind es weiterhin vier.

Vier oder fünf Absteiger

Beim Blick auf das Restprogramm wird immer gerne darauf geschaut, für welche Gegner es noch um richtig viel geht, und wer möglicherweise die Saison auf der Zielgeraden austrudeln lässt. Unter diesem Aspekt gilt es, die Abstiegsregelung zu beachten. Vier Teams müssen auf jeden Fall in die Oberliga runter, da aus der dritten Liga der SC Freiburg II in die Regionalliga Südwest absteigt. Sollte es auch noch den aktuellen Drittliga-16. SV Waldhof Mannheim erwischen, steigen aus der Regionalliga Südwest fünf Teams ab.

Egal, ob es am Ende vier oder fünf Absteiger gibt, der FC-Astoria Walldorf steckt mittendrin im Kampf um den Viertligaverbleib. Und bei dem Team aus Nordbaden (Hinspiel 2:2) müssen die Stuttgarter Kickers am kommenden Sonntag (14 Uhr) antreten. Danach kommt am 11. Mai (14 Uhr) der SGV Freiberg ins Gazi-Stadion. Der Tabellenvierte liegt nur fünf Punkte hinter den Blauen, hat aber die Drittligalizenz erst gar nicht beantragt. Die Mannschaft von Trainer Roland Seitz kann also befreit aufspielen, zudem ist die Rivalität zu den Blauen seit dem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Oberligameisterschaft 2022/23 sehr groß.

SGV Freiberg Spielverderber?

Der SGV dürfte sich deshalb in Degerloch keinesfalls kampflos ergeben, sondern wahrscheinlich viel eher liebend gerne den Spielverderber spielen. Im letzten Saisonspiel (18. Mai, 14 Uhr) geht es für die Kickers dann zum FC 08 Homburg. Das lange Zeit als Topfavorit gehandelte Team von Trainer Danny Schwarz dürfte bis dahin, auch theoretisch, endgültig keine Chance mehr auf den Aufstieg haben.

Die TSG Hoffenheim II muss am kommenden Samstag zum heimstarken Bahlinger SC. Das Team vom Kaiserstuhl hat von 15 Spielen zu Hause nur zwei verloren und ist – im Fall von fünf Absteigern – dennoch noch nicht gerettet. Danach erwartet die TSG II den zuletzt so starken FSV Frankfurt, und am letzten Spieltag geht es zum VfB Stuttgart II. Die U21 der Cannstatter spielt vor dem abschließenden Duell mit „Hoffe zwo“ daheim gegen den VfR Aalen, der im Abstiegskampf mit dem Rücken zur Wand steht und beim Tabellenfünften Eintracht Frankfurt II.

An der Kreuzeiche gegen „Hoffe zwo“

Das letzte Saisonspiel zwischen dem VfB Stuttgart II und der TSG Hoffenheim II am 18. Mai (14 Uhr) soll übrigens im Reutlinger Stadion an der Kreuzeiche über die Bühne gehen. Zum einen spielen am gleichen Tag um 15.30 Uhr die VfB-Profis am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach in der MHP-Arena, zum anderen steht das Schlienzstadion wegen der anstehenden EM nicht zur Verfügung, genauso wenig wie das Gazi-Stadion auf der Waldau. Unterm Fernsehturm wird gleich nach dem letzten Heimspiel der Kickers gegen Freiberg der Rasen ausgetauscht, um der Schweizer Nationalmannschaft mit Blick auf die EM einen in allen Belangen adäquaten Trainingsplatz zu ermöglichen.

Restprogramm

Stuttgarter Kickers (60 Punkte, plus 29 Tore): FC-Astoria Walldorf (Auswärtsspiel, 5. Mai, 14 Uhr), SGV Freiberg (Heimspiel, 11. Mai, 14 Uhr), FC 08 Homburg (Auswärtsspiel, 18. Mai, 14 Uhr).

TSG 1899 Hoffenheim II (58 Punkte, plus 38 Tore): Bahlinger SC (Auswärtsspiel, 4. Mai, 14 Uhr), FSV Frankfurt (Heimspiel, 11. Mai, 14 Uhr), VfB Stuttgart II (Auswärtsspiel, 18. Mai, 14 Uhr).

VfB Stuttgart II (56 Punkte, plus 23 Tore): VfR Aalen (Heimspiel, 5. Mai, 14 Uhr), Eintracht Frankfurt II (Auswärtsspiel, 11. Mai, 14 Uhr), TSG 1899 Hoffenheim II (Heimspiel, 18. Mai, 14 Uhr).