Kickers-Präsident Rainer Lorz ist nicht gut auf die Funktionäre zu sprechen. Foto: Baumann

Nach dem Saisonabbruch in der Fußball-Oberliga müssen die Stuttgarter Kickers einen neuen Anlauf zum Aufstieg nehmen – und wundern sich darüber, dass Hessen Kassel am grünen Tisch in die Regionalliga darf.

Stuttgart - Die Saison in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg ist zwar abgebrochen worden, auch wenn das auf einem Verbandstag bis zu 20. Juni noch offiziell bestätigt werden muss – hat jetzt aber dennoch ein kleines Nachspiel. Denn nachdem der VfB Stuttgart II als Spitzenreiter nach der Quotientenregelung in die Regionalliga aufsteigen wird, geht der Zweitplatzierte leer aus, der normalerweise noch Relegationsspiele hätte austragen dürfen. Und zwar gegen den Zweiten aus dem Südwesten und aus Hessen, wobei die beste Mannschaft ebenfalls noch nach oben gekommen wäre.

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Nachdem die Regionalliga aber auf vier Aufsteiger bestanden hatte, kam es zu einer recht kuriosen Lösung. Quasi am grünen Tisch wurde der KSV Hessen Kassel nach oben gehievt, weil der Traditionsverein nach der Quotientenregelung der drei betroffenen Zweitplatzierten am besten abgeschnitten hat. Das rief jetzt bei den Stuttgarter Kickers doch eine gewisse Verwunderung hervor. „Als ich davon erfahren habe, , ist mein Vertrauen in den Verband weiter gesunken“, sagt Präsident Rainer Lorz auf der Vereins-Homepage. „Die nun plötzlich – zur Vermeidung von Relegationsspielen – aus dem Ärmel gezauberte Lösung, die Quotientenregelung über die drei Oberligen hinweg anzuwenden und dann einfach den besten nach dem Punkteschnitt aufsteigen lassen – dagegen ist ja die Sache mit den Äpfeln und Birnen ein seriöser Vergleich“, sagt der Präsident weiter.

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Wobei er in diesem Zusammenhang betont: „Dabei geht es nicht um die Stuttgarter Kickers – wir waren ja nach dem Modus, der angewendet wurde, ohnehin Dritter.“ Und zwar hinter dem 1. Göppinger SV. Vielmehr sagt Lorz: „Dem statistisch belegbaren Umstand, dass die Oberliga Baden-Württemberg die ausgeglichenste der drei Oberligen ist, wird eine solche Lösung sicher nicht gerecht.“ Überspitzt sei dies so, als ob man Celtic Glasgow als Champions-League-Sieger ausrufen würde, weil sie den besten Punkteschnitt aller europäischer Meister haben. Das würde dann in der Tat für einen großen Aufschrei zwischen Madrid, Manchester und München sorgen. „Natürlich ist das alles schwierig und eine Lösung, die allen gerecht wird, ist sicherlich nicht einfach“, räumt Lorz ein – aber ich bleibe dabei: „Mit den Entscheidungen der vergangenen Woche haben die Verbände einiges an Glaubwürdigkeit verloren und für viel Verdruss bei den Vereinen gesorgt.“

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