Mario Suver: Der 18-jährige Verteidiger bewegt sich gut im Raum, ist spielintelligent und zweikampfstark. Foto: Baumann

Die zweite Halbzeit beim 1:0 gegen den TSV Steinbach war die erste Bewährungsprobe: Die hat das Innenverteidiger-Duo Mario Suver/Marvin Jäger von den Stuttgarter Kickers bestanden. Beim Derby in Ulm (Dienstag, 15 Uhr) gilt es dies zu bestätigen.

Giessen - Vier Innenverteidiger hat der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in seinem Kader. Da mag es auf der einen Seite fast schon ein wenig bedenklich stimmen, dass ausgerechnet derjenige beim 1:0 (1:0) gegen den TSV Steinbach am meisten überzeugte, der am 23. September erst 18 Jahre alt wurde und noch für die A-Junioren spielberechtigt ist. Mario Suver kam nach der Halbzeit für den verunsicherten Alwin Komolong, harmonierte gut mit mit seinem Nebenmann Marvin Jäger (21) – das Duo ließ so gut wie keine Chance mehr zu. „Die beiden haben ihren Job richtig gut gemacht“, lobte Trainer Tomasz Kaczmarek und räumte ein, dass es keinen Grund gibt, das erfolgreiche Duo an diesem Dienstag (15 Uhr, Donaustadion/Sport 1 live) im württembergischen Derby beim SSV Ulm 1846 wieder auseinanderzureißen.

Bis zur Partie gegen Steinbach waren die Kickers die Schießbude der Liga. Allein in den vorangegangenen fünf sieglosen Spielen hatte es 17 Gegentore gesetzt. Die zweite Halbzeit am Freitag machte Mut. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Wir haben den Gegner von unserem Tor weggehalten und sind stabil und kompakt gestanden“, lobte Kaczmarek. Dazu trug neben dem starken Sechser Edwin Schwarz (23) auch Rechtsverteidiger Robin Garnier (23) bei. Der Neuzugang von Eintracht Trier zeigte bei seinem ersten Punktspieleinsatz für die Blauen eine gute Leistung. Und auch Cedric Veser, der erst 19 Jahre alte Torhüter, machte seine Sache tadellos.

Hat Jäger Selbstvertrauen, besicht er durch eine gute Spieleröffnung

Herauszuheben ist von den jungen Wilden dennoch Mario Suver. Der Mann mit den kroatischen Wurzeln präsentierte sich in dieser schwierigen Phase unaufgeregt, zweikampfstark und spielintelligent. Auffallend wie gut sich der Abwehrmann im Raum bewegt. Er passt gut zu Marvin Jäger. Der ehemalige VfB-Jugendspieler ist ein paar Zentimeter größer als Suver und besitzt dadurch naturgemäß Vorteile in Sachen Reichweite und Kopfballspiel. Gegen Steinbach ging er leicht grippegeschwächt ins Spiel und machte vor der Pause auch keinen sicheren Eindruck. Mit Suver an der Seite steigerte er sich. Hat Jäger Selbstvertrauen, besticht er durch eine gute Spieleröffnung und öffnende Diagonalbälle. Diese Leistung gilt es für das Innenverteidiger-Duo nun auch zu bestätigen.

Ursprünglich hatte Kaczmarek zu Saisonbeginn im Abwehrzentrum auf die Neuzugänge Alwin Komolong (21) und Daniel Döringer (26) gesetzt. Beide konnten nicht überzeugen. „Alwin ist erstmals im Profifußball unterwegs, er spielte bisher nur College-Fußball, er kennt weder Auf- und noch Abstieg“, nimmt ihn Kaczmarek in Schutz und gibt dem Mann aus Papua-Neuguinea noch Zeit: „Ich bin total überzeugt von ihm. Er macht seinen Weg.“ Der drittligaerfahrene Döringer wäre mit über 100 Punktspieleinsätzen für den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Saarbrücken prädestiniert als Nebenmann für einen jungen Spieler im Abwehrzentrum. Doch durch seine individuellen Fehler reichte es für ihn bisher nicht für einen Stammplatz. Ein Mann wie Tobais Willers (30/zuletzt VfL Osnabrück) wurde schon in Degerloch gehandelt. Doch zunächst wird auf das unverbrauchte Duo gesetzt. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Dienstag in Ulm.

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