Elia Soriano am Boden: Der Stürmer hat sich schwer am Knie verletzt Foto: Baumann

Die Knieverletzung von Elia Soriano trübt die Freude über den 2:0-Auswärtssieg des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers bei Jahn Regensburg. Der Stürmer wird an diesem Montag noch einmal von Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch in Augsburg untersucht – dann folgt die exakte Diagnose. Es ist Schlimmstes zu befürchten.

Regensburg - Kurz vor der Pause humpelte Elia Soriano vom Feld. Der Stürmer kam zwar noch einmal zurück. Doch in der Halbzeit blieb er in der Kabine. Die Knieverletzung, die ihn schon am 29. November im Heimspiel gegen Holstein Kiel (0:0) zum Zuschauen gezwungen hatte, brach wieder auf. Noch am Samstagabend fand in Stuttgart ein MRT (Magnetresonanztomographie) statt. Die Bilder bestätigen den Verdacht auf eine schwere Knieverletzung. Mit der Bekanntgabe der genauen Diagnose wollen die Kickers bis zu diesem Montag warten.

Dr. Ulrich Boenisch wird sich in Augsburg mit Sorianos Verletzung intensiv beschäftigen. Der Kniespezialist hat schon die Crème de la Crème des Welt-Fußballs behandelt und operiert, unter anderem Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira. Kickers-Trainer Horst Steffen hielt sich am Sonntag noch bedeckt: „Klar ist nur, dass für Elia das Fußballjahr 2014 gelaufen ist, alles andere müssen wir noch abwarten.“ Bei der guten Ausgangsposition wäre es wahrscheinlich, dass die Blauen im Falle eines langfristigen Ausfalls des Torjägers (sechs Saisontreffer) auf dem Transfermarkt zuschlagen würden. Sportdirektor Michael Zeyer ließ dies aber offen: „Wir haben in Daniel Engelbrecht, Lhadji Badiane und auch Gerrit Müller Alternativen in unserem Kader, die im Sturmzentrum spielen können.“

Den Sieg beim Schlusslicht in Regensburg machten die Kickers ohne Stürmertore perfekt. Linksverteidiger Fabian Baumgärtel traf mit einem abgefälschten Freistoß (3.), nachdem Sandrino Braun gefoult worden war. Abwehrchef Marc Stein legte mit einem verwandelten Foulelfmeter nach (74.). Zuvor war Gerrit Müller im Strafraum von den Beinen geholt worden. Mit dem Ergebnis und dem Sprung auf Relegationsplatz drei war Horst Steffen natürlich hochzufrieden.

Mit der Art und Weise, wie der zweite Dreier im zehnten Auswärtsspiel in dieser Saison zustande kam, weniger. „Wir haben auf einigen Positionen keine Normalform gebracht und viele Chancen des Gegners zugelassen“, monierte der Kickers-Coach, der genau wusste: Nur der eklatanten Abschlussschwäche der Regensburger, in Verbindung mit der guten Form von Torwart Korbinian Müller, war es zu verdanken, dass die Blauen unbeschadet davonkamen. Der sonst eher kritische Zeyer nahm die Elf dagegen in Schutz: „Der Druck, beim Schlusslicht gewinnen zu müssen, hemmt oft. Doch nach der Pause waren wir griffiger und besser.“

Sehr zum Ärger der Kickers-Verantwortlichen holte sich Gerrit Müller nach einem Scharmützel mit Jahn-Spieler Aias Aosman die fünfte Gelbe Karte ab. „Das war dämlich und wird für Gerrit eine saftige Geldstrafe zur Folge haben“, kündigte Steffen an. Beim 2:4 in Bielefeld hatte Müller wegen einer Tätlichkeit seinen Trainer schon einmal in Rage gebracht. Im letzten Spiel vor der Winterpause wird der 30-Jährige jedenfalls fehlen. So gut wie sicher wird an diesem Samstag (14 Uhr/Kreuzeiche) im Derby gegen die SG Sonnenhof Großaspach Nick Fennell für ihn in die Mannschaft kommen. Er ist nach abgelaufener Gelbsperre wieder einsatzfähig – und hatte sich beim 2:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden nachhaltig empfohlen.

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