Kickers-Innenverteidiger Marc Stein steckt Rückschläge auf seine Art weg Foto: Baumann

Marc Stein von den Stuttgarter Kickers musste in seiner Karriere schon einige Rückschläge einstecken – deshalb blickt er lieber nach vorn als zurück.

Stuttgart - Schreckliche Albträume? Schweißgebadet im Bett hochgeschreckt? Nein, schlimme Nächte hat Marc Stein nicht durchlebt nach seinem ärgerlichen Patzer, der im Drittliga-Spiel der Stuttgarter Kickers gegen Preußen Münster (2:4) zum 1:1 geführt hatte. „Fehler kommen im Fußball immer wieder vor, und weil ich diesen nicht rückgängig machen kann“, sagt der Innenverteidiger der Blauen, „habe ich ihn schnell abgehakt und schaue nach vorn.“

Mund abputzen, weitermachen; so macht man das im Sport – unangenehme Erlebnisse sind nur mentaler Ballast und helfen einem nicht weiter. An diesem Samstag (14 Uhr) steht schon die nächste Bewährungsprobe für die Kickers an, das Derby gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Die Vorzeichen scheinen auf den ersten Blick verändert, der Anblick ist ungewohnt – das Team aus der Fautenhau rangiert in der Tabelle als Fünfter (17 Punkte) vor den Stuttgartern (Platz 8/16 Punkte), was nach elf Spieltagen nicht unbedingt zu erwarten war. Die Blauen sind dennoch Favorit, dessen ist sich auch Marc Stein bewusst. „Es muss auch unser Anspruch sein“, sagt er, „die Ergebnisse der letzten beiden Partien zurechtzurücken.“

Kopf hoch, Brust raus. Bei den Blauen regiert Selbstbewusstsein – auch wenn sie in den vergangenen drei Partien (Wehen, Dresden, Münster) nur ein Pünktchen gesammelt haben und die von Trainer Horst Steffen propagierte „Standortbestimmung“ reichlich ernüchternd ausgefallen ist. „Die Erklärung ist einfach: Wir haben zu viele Fehler gemacht und unsere Chancen nicht genutzt“, sagt Marc Stein, „aber wir waren in allen drei Partien kein Spielball der Gegner, sondern wir wissen, dass wir mehr gemacht haben als nur gut mitgehalten.“ Es gibt also keinen Grund für den 30-Jährigen den Kopf in den Sand zu stecken, Patzer hin oder her.

Stein bestritt 83 Spiele für die Blauen

Von diesem Glauben an die eigene Stärke ist nicht nur er selbst beseelt, das gesamte Team scheint die Rückschläge verarbeitet zu haben. „Wir wissen, dass unser System funktioniert“, bekräftigt der gebürtige Potsdamer, „deshalb bestehen auch keine Zweifel in der Mannschaft.“ Den Blick nach Bad Cannstatt und den Vergleich mit dem VfB, der trotz Überlegenheit noch kein Heimspiel gewinnen konnte, hält der Kickers-Mann für Zeitverschwendung. „Wir schauen nicht auf andere“, sagt der Abwehrmann und lebt vor, was der Trainer fordert: Sich auf die eigene Situation konzentrieren und ausblenden, was man nicht beeinflussen kann.

83-mal stand Stein für die Blauen auf dem Feld, häufiger als für jeden anderen Verein, er zählt zu den Führungsspielern – natürlich will er etwas erreichen in Stuttgart. Aussprechen mag er’s nicht, der Aufstieg in die zweite Liga wäre ein neuer Höhepunkt. Mit Hansa Rostock und Hertha BSC trat Stein zwischen 2005 und 2010 in der Bundesliga an, mit Berlin gar im Uefa-Cup. Verletzungen beendeten die Zeit in der Beletage. Das war einmal. „Ich habe es abgehakt“, sagt er, „das tat zwar zu Beginn weh, ist aber nicht zu ändern.“ Marc Stein blickt nach vorn, seine Zukunft kann er noch gestalten.

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