Treffsicher: Manuel Fischer (re.) im Duell Foto: Baumann

Es war mehr drin für die Stuttgarter Kickers, aber nach menschlichem Ermessen landet Drittligist Stuttgarter Kickers am Ende auf Platz vier. Damit es in der neuen Saison zum Aufstieg reicht, soll Edisson Jordanov (Borussia Dortmund II) verpflichtet werden.

Münster/Stuttgart - Die Ausgangsposition: Das letzte Fünkchen Hoffnung war am Sonntag gegen 15.47 Uhr dahin. Der MSV Duisburg nahm die Hürde bei Rot-Weiß Erfurt mit 2:0 und beendete damit die ohnehin nur noch minimalen Aufstiegschancen der Kickers. Den Tabellenzweiten Duisburg können die Blauen auch rechnerisch nicht mehr einholen, auf den Dritten Holstein Kiel (4 :0 gegen Fortuna Köln) beträgt der Rückstand zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte, hinzu kommt die um 15 Treffer schlechtere Tordifferenz. „Ich hatte gehofft, dass unsere Konkurrenten patzen“, sagte Kickers-Trainer Horst Steffen, „aber Platz vier ist auch aller Ehrenwert.“ Platz vier ist deutlich mehr als nur ein Trostpreis, er berechtigt zur Teilnahme am DFB-Pokal. Und dieses lukrative Ticket ist den Kickers nach ihrem 3:2(0:1)-Sieg bei Preußen Münster fast nicht mehr zu nehmen. Schon ein Unentschieden im letzten Heimspiel an diesem Samstag (13.30 Uhr/Gazistadion) gegen Erfurt reicht, um die letzten mathematischen Zweifel zu beseitigen. Nur noch der um sechs Punkte und sechs Tore schlechtere Chemnitzer FC kann die Kickers theoretisch noch von Platz vier verdrängen.

Das Spiel in Münster: „Wahnsinn, ich bin richtig stolz auf meine Elf wie sie mit ihrer einmaligen Moral einen 0:2-Rückstand gedreht hat“, jubelte Horst Steffen. Mann des Tages war Stürmer Manuel Fischer: Der Joker erzielte in einem fulminanten Endspurt das 2:2 (81.) und 3:2 (90.). „Die Tore hat er überragend gemacht“, lobte Steffen. Obwohl die Gegentreffer wieder einmal nach eklatante Aussetzern der Kickers-Hintermannschaft gefallen waren, stand für Sportdirektor Michael Zeyer fest: „Dieser Auftritt zeigte, dass für uns mehr drin war in dieser Saison. Unsere Qualität reicht, um Spiele zu gewinnen“, trauerte er den Auswärts-Niederlagen in Rostock und Cottbus nach, wo die Blauen den Aufstieg verspielten.

Die Planungen: Offiziell haben die Kickers noch nichts bekannt gegeben, doch es verdichten sich die Anzeichen, dass neben Erich Berko und Gratas Sirgedas (beide VfB Stuttgart II) ein weiterer Spieler einer Bundesligareserve nach Degerloch kommt: Der bulgarische U-21-Nationalspieler Edisson Jordanov von Borussia Dortmund II. An dem offensiven Mittelfeldspieler war 2013, als der gebürtige Rostocker noch für den FC Hansa spielte, auch schon der VfB interessiert. Die Verpflichtungen deuten darauf hin, dass Besar Halimi die Kickers verlassen wird. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Besar in der dritten Liga für die Kickers spielt, ist gering“, hatte sein Berater Arthur Beck schon vor kurzem gesagt. Die frei verhandelbare Ablösesumme für den Mittelfeldspieler könnten die Kickers gut gebrauchen: Um den Aufstieg in der neuen Saison zu realisieren, wird auch der Markt nach einem Torwart und einem Innenverteidiger sondiert.

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