Versprüht meistens gute Laune – vor der Rückkehr mit Preußen Münster zu den Stuttgarter Kickers will sich Horst Steffen. Foto:  

Horst Steffen kehrt zurück zu den Stuttgarter Kickers. Für ein Spiel. Mit Fußball-Drittligist Preußen Münster tritt er an diesem Samstag (14 Uhr/SWR) im Gazistadion an. Er ist beliebt auf der Waldau. Äußern will er sich dennoch nicht – und das hat seine Gründe.

Stuttgart - Es läuft durchwachsen für Horst Steffen beim Fußball-Drittligisten Preußen Münster. Vor seiner Rückkehr an diesem Samstag (14 Uhr/SWR) zu den Stuttgarter Kickers lautet die Zwischenbilanz: drei Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen, 9:9 Tore. Die Mannschaft spielt zwar attraktiveren Fußball als unter Vorgänger Ralf Loose, doch im Schnitt sind es eben nur 1,37 Punkte. Zum Vergleich: unter Loose hatten die Preußen in der Hinrunde 1,42 Punkte gesammelt. Und dann gab es in der vergangenen Woche auch noch die fast unglaubliche Geschichte mit Abdenour Amachaibou: Der Offensivspieler soll laut „Westfälischen Nachrichten“ während der Gegnerbesprechung vor der Partie gegen den VfL Osnabrück (0:0) eingenickt sein. Fest steht: Er stand danach nicht im Kader für das Derby.

Horst Steffen will kein Öl ins Feuer gießen

Münster gilt als schwieriges Pflaster. Dies ist aber nicht der Grund, warum sich der so gut wie immer freundliche und höfliche Strahlemann in dieser Woche einsilbig gibt: „Ich möchte vor diesem Spiel gar nichts sagen.“ Sogar dem „Kickers-Magazin“ verweigerte der 47-Jährige ein Interview. Steffen will kein Öl ins Feuer gießen. Erst recht keine schmutzige Wäsche waschen. Obwohl ihm Äußerungen von Vereinsseite der Blauen nicht verborgen geblieben sind: Er sei zu ängstlich gewesen, personelle Veränderungen herbeizuführen, im Team muss etwas fundamental nicht gestimmt haben, hieß es.

Keine zwei Meinungen gibt es, dass die Kickers dem gebürtigen Krefelder einiges zu verdanken haben. Nachdem er die Blauen am 30. September 2013 auf Platz 18 übernommen hatte, führte er sie noch souverän auf den achten Rang. In der Saison danach schrammten die Blauen haarscharf am Aufstieg vorbei. Ehe nach dem 9. Spieltag dieser Runde die rasante Talfahrt begann.

Der alte Trainer ist beliebt auf der Waldau

Trotz der Trennung am 4. November 2015 muss Steffen alles andere als ein Spießrutenlaufen erwarten. Er ist beliebt auf der Waldau. Nicht nur bei den Spielern, die unter ihm am Ball waren. „Wir freuen uns auf das Wiedersehen“, sagt Kapitän Fabian Baumgärtel und ergänzt: „Die Stärken und Schwächen einzelner Spieler von uns kennt er natürlich, aber wir wissen auch, wie Horst Steffen tickt.“ Das Gesicht der Kickers-Elf hat sich unter Tomislav Stipic verändert. Genauso die Spielweise. Der gravierendste Unterschied: Mit dem Kurzpassspiel wird nicht schon am eigenen Strafraum begonnen, sondern erst in der gegnerischen Hälfte. Wie sich Steffen und seine Preußen ­darauf einstellen, werden die 90 Minuten zeigen.