Malte Moos ist von den Stuttgarter Kickers an den FC-Astoria Walldorf ausgeliehen. Vor dem Duell am Samstag spricht der Rechtsverteidiger über seine Zeit bei den Blauen, seine Verletzungsgeschichte sowie seinen dicken Kumpel und WG-Partner David Kammerbauer.
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Malte Moos spielte vier Jahre für die Stuttgarter Kickers. Vor der Saison wurde der Rechtsverteidiger zum Regionalligarivalen FC-Astoria Walldorf ausgeliehen. Am Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) kehrt er mit seinem neuen Club zurück.
Herr Moos, das Spiel am Samstag bringt eine besondere Konstellation mit sich.
Das kann man wohl sagen. Ich bin 2019 von Wormatia Worms zu den Kickers gekommen und hatte dort vier unfassbar schöne Jahre. Zudem bin ich ja nur ausgeliehen, stehe immer noch bis 2025 bei den Blauen unter Vertrag und habe mit den meisten Spielern zusammengespielt. Das ist schon eine krasse Situation, die nicht häufig vorkommt.
Zumal Sie als Rechtsverteidiger auch noch direkt auf Ihren WG-Partner und dicken Kumpel David Kammerbauer treffen können, der bei den Kickers auf der linken Seite eine top Saison spielt.
Der wird ganz schön was auf die Knochen kriegen (lacht). Im Ernst: Dieses Aufeinandertreffen ist natürlich etwas ganz Spezielles und gab es bisher nur in Trainingsspielen. Wir lebten vier Jahre gemeinsam in einer Wohnung in Plieningen, die lösen wir im Dezember auf. Wir wollen auch irgendwann erwachsen werden (lacht).
Zum Sportlichen: Wie kam es überhaupt zu der Ausleihe?
Es ging einfach darum, wieder Spielpraxis zu sammeln. Nach meiner Verletzung an der Patellasehne (Anm. d.Red.: Diese verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein) hatte ich meinen Stammplatz nach der vergangenen Winterpause verloren. Es war ein schleichender Prozess, und ich will auch nicht alles auf die Verletzung schieben, aber ich konnte dem Trainer im Training offenbar einfach keine Argumente mehr liefern, mich aufzustellen. Zudem zog ich mir im Testspiel vor der Runde in Göppingen einen Muskelfaserriss zu.
Und jetzt?
Bin ich zwar immer noch nicht bei 100 Prozent, mache immer noch parallel eine Reha, aber ich komme regelmäßig zum Einsatz.
„Vier Mal Training pro Woche“
Was ist der größte Unterschied zwischen den beiden Clubs?
Auch in Walldorf gibt es professionelle Strukturen, wir trainieren viermal pro Woche. Aber es geht noch familiärer, noch menschlicher zu. Vor allem ist lange nicht so ein Riesendruck auf dem Kessel wie bei den Blauen. Ich weiß nicht, ob das auch an den Fans liegt, aber es wird mit Fehlern anders umgegangen.
In der Liga läuft es nicht optimal für Ihren Club?
Wir sind 14. und haben zuletzt äußerst unglücklich gegen das Spitzenteam TSV Steinbach Haiger in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren. Da steckten uns die 120 Minuten vom Pokal-Achtelfinalspiel gegen Oberligist FC Nöttingen in den Knochen, das wir nach Verlängerung mit 1:0 gewinnen konnten.
Wie schätzen Sie die Liga an der Tabellenspitze ein?
Ich muss nach 14 Spieltagen klar sagen: Die Kickers sind die beste und konstanteste Mannschaft. So dominant und gierig tritt kein anderes Team auf, zumindest habe ich das bisher so erlebt. Wir mit Astoria haben beim VfB II verdient gewonnen, wir Kickers Offenbach verdient geschlagen, und gegen die individuell starken Steinbacher mit ihrem Topstürmer Serkan Firat hätten wir mit ein bisschen mehr Glück im Abschluss auch was mitnehmen können. Was die favorisierten Teams betrifft, sind wir nur in Homburg mit 0:5 unter die Räder gekommen. Von daher haben die Blauen alle Chancen, bis zum Ende ganz oben dabei zu bleiben.
Das heißt die Blauen steigen auf und Sie kommen für die dritte Liga zurück?
(lacht) Der Fußball ist schnelllebig, man weiß es nie. Aber klar, ich habe bis 2025 einen Vertrag bei den Kickers, und das von Ihnen erwähnte Szenario wäre für mich natürlich der Optimalfall.
Wie sehr trauert man beim FC-Astoria eigentlich Niklas Antlitz nach, der vor der Runde nach Degerloch wechselte?
Es wird schon immer wieder über ihn gesprochen. Er wird nicht nur wegen seiner 14 Tore, die er in der vergangenen Saison erzielte, vermisst, sondern auch menschlich. Mit Spielern wie Marcel Carl, Boubacar Barry oder Stefano Marino hat unser Trainer Matthias Born aber durchaus auch aktuell Offensivtrümpfe zur Verfügung.
Sie sind inzwischen 27. Haben Sie neben dem Fußball ein zweites Standbein?
Ich stehe vor dem Abschluss meines Fernstudiums zum Bachelor in Sportmanagement.
Wie geht’s am Samstag aus?
Da kann ich keinen Tipp abgeben. Aber ich werde natürlich alles geben, damit ich mit meinem aktuellen Club gewinne, sonst muss ich mir auch so viel anhören von meinen alten Kickers-Kumpels.