Entwarnung bei Johannes Ludmann: Der Kickers-Außenverteidiger (li., im Duell mit Reutlingens Daniel Elfadli) hat keinen Mittelfußbruch, sondern nur eine Prellung. Foto: Baumann

Das Oberliga-Derby SSV Reutlingen – Stuttgarter Kickers ist aus vielerlei Hinsicht brisant. Bei den Blauen könnte ein Stürmer eine Chance bekommen, der bisher nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Stuttgart - Der Mittwoch brachte für den Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers eine dritte, ganz besondere (Inklusions)-Trainingseinheit mit sich: Die Mannschaft von Ramon Gehrmann trainierte gemeinsam mit den Ramtelkickern der Atrio Leonberg. Dies ist ein diakonischer, gemeinnütziger Verein, zu dem auch das Inklusionsunternehmen LEDA gehört, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten. „Das Ganze kam auf Wunsch des Vereins Bunte Blaue zustande. In den Ferien konnte ich dieser Bitte gemeinsam mit der Mannschaft gerne nachgekommen“, sagte Trainer Ramon Gehrmann und ergänzte: „Das war eine sehr gute Aktion. Dabei sieht man, was der Fußball bewegen kann. Ich habe viele glückliche Menschen gesehen, aber auch festgestellt, dass wir bei den Kickers eine charakterlich tolle Truppe haben.“

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Der Konzentration auf das wichtige Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) beim SSV Reutlingen tat die einstündige Zusatzeinheit auch keinen Abbruch. „Und zumindest in meiner Mannschaft hat sich keiner verletzt“, sagte Gehrmann auf Nachfrage mit einem Augenzwinkern. Das Lazarett ist ohnehin immer noch prall gefüllt. Immerhin gab es Entwarnung bei Außenverteidiger Johannes Ludmann. Der zunächst befürchtete Mittelfußbruch erwies sich nur als starke Prellung. Bei ihm besteht Hoffnung auf einen Einsatz in Reutlingen. Bei Malte Moos (Bänderriss) sieht es dagegen deutlich schlechter aus. Wieder voll mittrainiert hat nach seiner Schulterverletzung David Kammerbauer. Ein Risiko will Gehrmann aber nicht eingehen. Deshalb dürfte auf der Linksverteidigerposition Marcelo Freitas Gelegenheit bekommen, seine Leistung vom 1:0 gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen zu bestätigen.

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Unabhängig von den Personalproblemen (Marvin Weiss fehlt noch mindestens zwei weitere Wochen, Markus Obernosterer noch bis Jahresende) freut sich Gehrmann aufs Derby: „Das sind immer heiße Angelegenheiten.“ Zumal es vielfältige Berührungspunkte gibt. Reutlingens Innenverteidiger Marvin Jäger spielte jahrelang für die Blauen, die Kickers-Akteure Cristian Giles, Shkemb Miftari und Tobias Feisthammel waren schon für die 05er von der Kreuzeiche aktiv. Und dann wäre da noch Noah Lulic. Der Stürmer spielte zwar nicht für den SSV, hatte dort aber nach seinem Wechsel von Verbandsligist SKV Rutesheim einen Vertrag unterschrieben, der dann wieder aufgelöst wurde, da es sich der 20-Jährige anders überlegte und zu den Stuttgarter Kickers wechseln wollte.

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Gut möglich, dass Lulic am Sonntag seine Chance bekommt. „Noah trainiert sehr gut, zudem bringt er hohes Tempo und tiefe Laufwege mit. Beides ist im Stadion an der Kreuzeiche besonders wichtig, da der Platz dort sehr groß ist“, sagt Gehrmann, der durchaus Respekt vor dem Team von Trainerkollege Maik Schütt zeigt: „Bewundernswert wie der SSV zuletzt mit drei Siegen in Serie die Wende geschafft hat.“

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