Köpft mit seinem ersten Saisontor den Siegtreffer: Kickers-Joker Marc Stein Foto: Baumann

Nach einer unruhigen Woche glättet Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers mit dem zweiten Sieg in Serie vorerst die Wogen. Um die Regeneration zu beschleunigen, ließ Coach Tomislav Stipic nach dem 2:1 in Cottbus die Spieler mitten in der Nacht auf Sonntag trainieren.

Stuttgart - Tomislav Stipic ist ein kommunikativer Typ. Er redet gerne. Er redet auch gerne viel. Und ab und zu wiederholt er sich auch. Nach dem zweiten Sieg in Serie gab sich der Kickers-Trainer, zumindest für seine Verhältnisse, relativ einsilbig. „Wir sind natürlich sehr zufrieden. Das Team hat funktioniert. Wir haben gezeigt, dass wir wettbewerbsfähig sind“, sagte Stipic. Das war es dann schon. Auch aufgrund dezenter Hinweise aus der Führungsetage (Präsident Lorz: „Wenn du nicht punktest, hast du eben keine Argumente“) nimmt sich der Chefcoach neuerdings etwas zurück. Dafür lässt er mit seiner Mannschaft Taten sprechen. Beim verdienten 2:1 in Cottbus zeigte sich das Team als kompakte und kampfstarke Einheit. Auch der 0:1-Rückstand durch Richard Sukuta-Pasu (34.) brachte die Blauen nicht aus dem Konzept. Nach einem Foul an Bajram Nebihi glich der neue Kapitän Fabian Baumgärtel (36.) per Elfmeter schnell zum 1:1 aus. Den 2:1-Siegtreffer köpfte Marc Stein (58.) nach einer Flanke von Klaus Gjasula. Danach kamen die Kickers mit dem souveränen Torwart Rouven Sattelmaier gegen die wenig kreativen Cottbuser (zuvor 13-mal in Serie ungeschlagen) selten in Bedrängnis. Nur bei einem Freistoßknaller an die Unterkante der Latte von Joni Kauko (83.) hatten sie Glück.

Ein Sieg zum exakt richtigen Zeitpunkt

Hinterher war die Erleichterung im Lager der Blauen groß. Der Sieg kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Zum einen waren im Umfeld nach den Suspendierungen von Enzo Marchese und Gerrit Müller die Wellen der Empörung hochgeschlagen. Zum anderen punktete die Konkurrenz. Um weiter auf Schlagdistanz zu bleiben, war ein Erfolg in der Lausitz dringend nötig. „Wir haben geliefert, jetzt sollte eine gewisse Ruhe einkehren“, hofft Präsident Lorz. Punkt. Aus. Auch er machte ansonsten keine großen Ansagen.

Genauso wie der Trainer. Der hatte aber noch ein Sonderlob parat. Das verteilte er an die Einwechselspieler. „Sie haben unser Spiel stabilisiert“, lobte Stipic. Vor allem der Umbau der Viererkette zur Halbzeit wirkte sich positiv aus. Fabio Leutenecker rückte von der linken auf die rechte Seite, Fabian Baumgärtel aus der Innenverteidigung dafür nach links und der eingewechselte Marc Stein ins Abwehrzentrum. Dass er mit seinem ersten Saisontor den Siegtreffer erzielte, passte zu diesem gelungenen Nachmittag und zeigt, wie unbefriedigend auch für den Routinier persönlich die bisherige Runde verlief: 2014/15 hatte Stein sieben Saisontreffer auf seinem Konto.

Gegen Kiel fehlen die gesperrten Jordanov und Berko

Für die Kickers geht die Aufholjagd am kommenden Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen Holstein Kiel weiter. Edisson Jordanov und Erich Berko werden wegen ihrer jeweils fünften Gelben Karte fehlen. „Wir haben schon andere Herausforderungen gemeinsam gelöst“, sagt Stipic. Wie zum Beispiel die Müdigkeit nach einer achtstündigen Busfahrt aus den Knochen zu schütteln: Nach der Rückkehr aus Cottbus ließ Stipic in der Nacht zum Sonntag gegen 1.30 Uhr im ADM-Sportpark das Flutlicht anknipsen und bat zum Training. „Das beschleunigt die Regeneration“, begründete Stipic – und gab danach bis Dienstag frei.

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