Schwierige Zeiten für Dieter Märkle bei den Stuttgarter Kickers. Foto: Pressefoto Baumann

Die Stuttgarter Kickers schlittern in der Regionalliga Südwest tief in die Abstiegsregion.

Stuttgart - Der Nachmittag hatte schon schlecht begonnen. Die Lautsprecheranlage im Gazi-Stadion versagte vor dem Spiel ihren Dienst. Dafür waren die Ansagen hinterher umso lauter bei den Stuttgarter Kickers. Allerdings in den Katakomben. Denn statt der drei erwarteten Punkte gab es gegen den FC Homburg ein 0:3. Der Tiefpunkt einer katastrophalen Halbserie in der Fußball-Regionalliga – mit nur einem Heimsieg. „Dann ist man ein Abstiegskandidat“, sagte der Präsident Rainer Lorz ernüchtert. Und fügte an: „Die Spieler wissen nicht unbedingt, auf was es ankommt.“

Dieter Märkle war bedient

Den Klassenverbleib! Wie schon vor einem Jahr – nur noch eine Etage tiefer. Das ist bitter. Zumal am Samstag weder das Ergebnis stimmte noch die Leistung, vor allem nach der Pause, als der Gegner alle drei Treffer erzielte. Die Führung nach 47 Minuten durch Manuel Fischer mit dessen erstem Treffer für seinen neuen Verein. Der Klassiker eben, Spieler trifft gegen seinen Ex-Club. Kickers-Trainer Dieter Märkle war bedient: „Ich bin sehr, sehr enttäuscht über das Auftreten in der zweiten Halbzeit.“ Da erinnerte nichts an die zuletzt stabile Defensive, wobei der Ausfall der halben Hintermannschaft (Maurizio Scioscia und Daniel Schulz) nicht als Ausrede gilt, weil beim Gegner ebenso viele Verteidiger fehlten.

Und vorne fehlte vor der Pause mal wieder die Zielstrebigkeit, danach schlichtweg alles. Das hört sich nicht gut an, das Toreschießen gegen die Kickers fiel kinderleicht. „Wie in der E-Jugend“ meinte der Ersatzkapitän Sandro Abruscia zu Fehlern der Altersklasse acht bis zehn Jahre. „Wir müssen jetzt nach unten schauen“, sagte der 26-Jährige, womit er andeuten wollte, dass die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat. Selbst wenn, stellt sich die Frage, ob sie die Situation meistern kann.

Aggressive Leitfigur fehlt

Es fehlt die aggressive Leitfigur, die in der letzten Rückrunde ein Klaus Gjasula verkörperte. „Die Mannschaft ist zu lieb und brav“, sagte der Ex-Profi Fabian Gerster, nach dem Rücktritt aus dem Aufsichtsrat in seiner Rolle als Privatperson. Klingt nach nötiger Verstärkung im Winter. „Mentalität kann man nicht trainieren“, sagte Märkle dazu nur, wobei der Trainer selbst gefordert ist, wenn er nicht nahtlos wieder zurück zur U 23 wandern will – und nun die richtige Mischung zwischen Zuckerbrot und Peitsche finden muss.

Auf die Zukunft Märkles angesprochen reagierte Präsident Lorz ungewohnt gereizt: „Wir haben alles im Kopf.“ Die Mannschaft ist gefordert, in der jedoch ein Sebastian Mannström seiner Form hinterher läuft, weil der Finne im Sommer keine Pause hatte. Noch zweimal müssen die Kickers ran. Am Dienstag (19.30 Uhr) spielen sie beim SV Waldhof Mannheim. Dessen Trainer Gerd Dais war beim Schlusspfiff nicht mehr im Stadion. Er hatte genug gesehen – wenn auch nichts furchteinflößendes.

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