David Nieland (re., im Pokalspiel gegen Metzingens Marvin Methner) kam in der Hinrunde nicht wie gewünscht zum Zug. Der Stürmer ist bei einem Regionalligisten im Gespräch. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Winterfahrplan bei Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers ist fast festgezurrt, die Verhandlungen mit dem Trainer starten, und personelle Wechsel sind nicht ausgeschlossen. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Dinge.

Besser hätte der Abschluss nicht sein können: Mit dem 3:0 gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen verabschiedete sich Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers in die Winterpause. Bis zum Wiederbeginn am 4. März 2023 mit dem Spiel bei der TSG Backnang stehen die Blauen an der Tabellenspitze. Mit sieben Punkten und 48 Toren Vorsprung auf Verfolger SG Sonnenhof Großaspach. Dennoch gibt es in der fußballlosen Zeit einiges zu tun.

 

Winterfahrplan

Die Kickers starten am 10. Januar 2023 mit dem Mannschaftstraining. Am 20. Januar bekommen die Spieler noch ein paar Tage frei, ehe es am 25. Januar weitergeht. Vom 10. Februar bis zum 17. Februar geht es ins Trainingslager in die Türkei. In dem Quartier zwischen Side und Antalya wird sich zwischen dem 7. und 14. Februar auch die U 19 der Blauen auf die restliche Saison vorbereiten. „Die Überschneidung haben wir bewusst gewählt, um ein Zeichen zu setzen, dass uns das Miteinander zwischen erster Mannschaft und Jugend wichtig ist“, erklärt Sportdirektor Marc Stein. Die Testspiele sind noch nicht endgültig festgelegt.

Personelle Wechsel

Die Anzeichen verdichten sich, dass David Nieland im neuen Jahr nicht mehr zum Kader der Kickers zählen wird. Der Neuzugang vom Regionalligisten TSV Steinbach Haiger wurde in den Punktspielen lediglich dreimal eingewechselt, kam auf insgesamt 54 Oberliga-Spielminuten, beim 5:1 in Hollenbach erzielte der 23-Jährige ein Tor. „David war zeitweise angeschlagen und hat sich das bestimmt auch anders vorgestellt bei uns. Ich schließe nichts aus, aber im Moment ist er noch Spieler bei uns“, sagt Sportdirektor Stein. Nieland selbst, der bei Regionalligist VfR Aalen gehandelt wird, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei seinem Wechsel hatte der Offensivmann gesagt: „Die Kickers als Traditionsverein mit tollen Fans und professionellen Bedingungen sind eine gute Plattform. Ich will hier etwas erreichen und meinen Teil zum Aufstieg beitragen.“

Seine Vita war dabei durchaus vielversprechend. Der gebürtige Berliner spielte in der Jugend bei Hertha BSC, wechselte in der U 17 zum VfL Wolfsburg (unter Trainer Thomas Reiß) und dann 2018 zum SC Freiburg II. Im Breisgau – wo seine Freundin studiert – war er drei Jahre lang am Ball, ehe er 2021 zum TSV Steinbach Haiger wechselte. Aus gemeinsamen Tagen in den deutschen U-Nationalmannschaften (insgesamt neun Einsätze) verbindet Nieland immer noch eine Freundschaft mit Nationalspieler Kai Havertz vom englischen Premier-League-Club FC Chelsea.

Ebenfalls denkbar ist ein Tapetenwechsel bei Tyron Profis. Der Stürmer wurde von Trainer Mustafa Ünal in der Oberliga nur zweimal kurz vor Schluss eingewechselt, lediglich fünfmal stand der 20-Jährige im Kader. Profis werden gute Trainingsleistungen attestiert, doch der Konkurrenzkampf ist (zu) groß. „Wir sind im Austausch mit Tyron. Es ist verständlich, dass er mehr Spielanteile haben möchte, doch nach aktuellem Stand wird das bei uns nicht einfach“, sagt Stein.

Vertragsverhandlungen

In der kommenden Woche werden die Gespräche der Kickers mit Mustafa Ünal starten. Der Trainervertrag des 39-Jährigen läuft am Ende der Saison aus. Am Verhandlungstisch werden neben Ünal voraussichtlich sein Berater und Freund Cacau sitzen sowie Präsident Rainer Lorz (der am kommenden Mittwoch seinen 60. Geburtstag feiert) und Sportdirektor Marc Stein, der sagt: „Wir wollen die Gespräche jetzt forcieren.“ Knackpunkt dürfte die Frage sein: Wie können Trainer und Sportdirektor mittelfristig vertrauensvoll zusammenarbeiten?

Ünal hatte bereits im November im Interview mit unserer Redaktion erklärt, wovon er sein Bleiben grundsätzlich abhängig macht. „Wir müssen uns einfach alle einig sein, dass wir den eingeschlagenen Weg mit voller Hingabe gemeinsam weitergehen wollen. Entscheidend ist es, dass alle von diesem Weg, der am besten zu den Stuttgarter Kickers passt, überzeugt sind.“ Zu diesem Weg gehört für ihn zum Beispiel weiterhin „auf hungrige und gierige Spieler aus der Region“ zu setzen: „Ich bin sicher, dass es genügend Talente in unserem NLZ und in der Region gibt, mit denen die Kickers auch eine Klasse höher bestehen können.“