Nevio Schembri bringt eine enge Ballführung und ein hohes Tempo auf den ersten Metern mit. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Es war nur ein Pokalspiel gegen einen Verbandsligisten, doch Nevio Schembri ließ beim 5:0 der Stuttgarter Kickers in Esslingen mehrfach seine Klasse aufblitzen. Was zeichnet den 18-Jährigen aus, der noch ein Jahr in der U 19 spielen darf?

Der junge Fan der Blauen auf der Tribüne im Sportpark Weil sprang bei dem Tor der Stuttgarter Kickers zum 4:0 auf und jubelte: „Das war ja fast schon Musiala-like.“ Gerade hatte Nevio Schembri im Strafraum auf engstem Raum drei Gegenspieler des FC Esslingen aussteigen lassen, den Ball David Tomic aufgelegt – und der musste die Kugel nur noch ins Tor schieben. Es war der schönste Treffer beim 5:0-Sieg des Fußball-Regionalligisten im WFV-Pokal-Zweitrundenspiel beim Verbandsliga-Aufsteiger.

 

„Quirlig, kreativ, gut am Ball“

Einigkeit bestand unter den 2000 Zuschauern im Sportpark Weil auch über den Spieler des Spiels. Schembri bereitete nicht nur das 4:0 in der Manier des Bayern-Nationalspielers Jamal Musiala spektakulär vor, er erzielte auch selbst zwei Tore. „Nevio traut sich was zu, er ist quirlig, kreativ und gut am Ball“, lobte ihn Trainer Marco Wildersinn. „Er geht mutig in Eins-gegen-Eins-Situation, bleibt ruhig vor dem Tor, wir hoffen, dass sich Nevio weiterhin so gut entwickelt“, ergänzte Sportdirektor Marc Stein.

Vor einem Jahr war der 18-Jährige vom VfB Stuttgart in die U 19 der Stuttgarter gewechselt. Immer wieder hatten ihn dort muskuläre Probleme zurückgeworfen, die ihm Spielanteile kosteten. Durch den Transfer von Rot zu Blau versprach sich der Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters grundsätzlich mehr Einsatzzeiten, die er im Team von A-Junioren-Trainer Sven Ackermann dann auch hatte. Für die U 19 der Kickers ist Schembri auch in der an diesem Sonntag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen beginnenden Saison der neuen DFB-Nachwuchsliga noch spielberechtigt.

In Homburg von Beginn an?

Ob er da auch am Ball sein wird, ist fraglich. Denn der Flügelspieler wird definitiv zum Kader der ersten Mannschaft beim Regionalligaspiel am Samstag (14 Uhr) beim FC 08 Homburg gehören. Mit dem Auftritt in Esslingen sind seine Chancen gestiegen, auch zum Einsatz zu kommen, möglicherweise sogar von Anfang an, zumal Flügelspieler Dennis de Sousa noch zwei Spiele gesperrt fehlt.

„Wir hätten ihn natürlich gerne bei der U 19 dabei, aber freuen uns riesig über seine Entwicklung im Regionalligakader“, sagt Norbert Stippel, der sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) der Kickers. Natürlich muss der junge Mann die Leistungen erst noch auf Sicht gesehen bestätigen, aber auch der erfahrene Fußball-Lehrer ist angetan von der „super engen Ballführung, seinen mutigen Dribblings, seiner enormen Schnelligkeit – vor allem auf den ersten Metern“.

Das alles macht Schembri, der seine ersten fußballerischen Schritte beim TSV Altingen und dem VfL Herrenberg machte, so schwer ausrechenbar für die Gegenspieler und so wertvoll für seine Mannschaft. Und lässt einen Fan auf der Tribüne damit auch schon mal mit der Zunge schnalzen.