Schöner Jahresabschluss für die Spieler der Blauen. Foto: Baumann

Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers holt mit dem 2:1 in Erfurt den ersten Auswärtssieg und klettert auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Unabhängig davon müssen fünf Spieler künftig in der zweiten Mannschaft ran.

Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers holt mit dem 2:1 in Erfurt den ersten Auswärtssieg und klettert auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Unabhängig davon müssen fünf Spieler künftig in der zweiten Mannschaft ran.

Stuttgart - Das Spiel: „Endlich hat sich die Mannschaft für den großen Aufwand, den sie betrieben hat, belohnt. Jetzt können wir geruhsame Weihnachten feiern“, sagte Trainer Horst Steffen. O du fröhliche . . ., hätte es bei einem Unentschieden kaum geheißen. Zu viele klare Chancen hatten die Blauen nach der 1:0-Führung durch Marco Calamitas erstem Tor für die Kickers (4. Spielminute) vergeben. Marc Stein, Gerrit Müller, Calamita und zweimal Elia Soriano verpassten es, die klare Überlegenheit vor der Pause in weitere Treffer umzumünzen. So aber war es nach dem Ausgleich (35.) durch Erfurts Jonas Nietfeld – auf Vorarbeit des Ex-Kickers-Stürmers Mijo Tunjic – mit einem 1:1 in die Halbzeit gegangen. Danach sahen die 5709 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel, ehe die Blauen in den letzten zehn Minuten noch einmal zulegen konnten. In der Schlussminute wurde Soriano im Strafraum von den Beinen geholt. Kapitän Enzo Marchese verwandelte eiskalt – sein achtes Saisontor. „Diesen Lucky Punch haben sich die Jungs einfach verdient“, sagte Steffen, „ich bin zuversichtlich, dass wir so weitermachen und einen sicheren Mittelplatz erreichen.“

Die Zwischenbilanz: Auf der Heimfahrt machte der Kickers-Mannschaftsbus nicht an jeder Raststätte halt. „Feiern können wir, wenn wir den Klassenverbleib geschafft haben. Der Sprung auf den Nichtabstiegsplatz ist schön, aber nur eine Momentaufnahme“, hielt Steffen den Ball flach. Die Gefahr, dass sich bei den Blauen jemand über die Winterpause hinaus zufrieden zurücklehnt, besteht nicht. „Wir haben noch nichts erreicht. Und niemand ist wirklich zufrieden, weil wir alle deutlich ambitionierter sind“, stellte Sportdirektor Michael Zeyer klar.

Fest steht, dass sich Zeyers Maßnahmen bisher als richtig erwiesen. Eine Schlüsselentscheidung war die Verpflichtung von Horst Steffen als Cheftrainer. Der Mann hat einen Plan. Unter seiner Regie stabilisierte sich das Team der Blauen in allen Bereichen. Dies untermauern auch die nackten Zahlen. Bei der Trennung von Massimo Morales hatten die Blauen nach acht Spieltagen drei Punkte auf dem Konto, in den folgenden 13 Partien kamen 22 Punkte hinzu, 16 davon holten die Kickers unter der Regie von Steffen. Auch die nachverpflichteten Offensivkräfte Müller, Calamita und Lhadji Badiane schlugen gut ein und trugen zur mannschaftlichen Geschlossenheit bei.

Die personellen Änderungen: Fünf Drittligaspieler (davon vier vor der Saison verpflichtete Neuzugänge) werden künftig zum Kader des Oberligateams gehören. Omar Jatta, Stefan Maletic, Karim Rouani, Paul Grischok und auch Patrick Milchraum spielen in den Planungen für die erste Mannschaft keine Rolle mehr. „Es waren zum Teil menschlich schwierige Entscheidungen, aber es macht nun mal keinen Sinn, mit 30 Spielern zu arbeiten. Darunter leidet die Trainingsqualität“, sagte Steffen am Sonntag. Die Kickers hoffen, dass der eine oder andere Spieler mit Hilfe seines Beraters bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar 2014 noch einen neuen Verein findet.

Dies würde die Verpflichtung von Dauer-Trainingsgast Randy Edwini Bonsu (23/zuletzt Eintracht Braunschweig) vereinfachen. „Er will zu uns, wir haben die Absicht ihn zu holen. Jetzt müssen wir schauen, ob es sich finanziell realisieren lässt“, sagte Zeyer, der große Stücke auf den pfeilschnellen Offensivmann mit ghanaischen Wurzeln hält.

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