Mann des Abends: Stephane Mvibudulu erzielt das Goldene Tor. Foto: Baumann

Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers darf dank eines 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden weiter auf den Klassenverbleib hoffen. Winter-Neuzugang Stephane Mvibudulu sorgt mit seinem ersten Tor für die Blauen für die Entscheidung.

Stuttgart - Was war das für ein Jubel. Was war das für eine Erleichterung bei den Blauen nach dem Schlusspfiff. „Das war ein irrsinnig wichtiger Sieg“, atmete Präsident Rainer Lorz tief durch. „Wir haben mit Leidenschaft und mit Hingabe gekämpft, es konnte heute nur einen Sieger geben, ich bin sehr, sehr froh“, ergänzte Trainer Tomislav Stipic. Zu verdanken war der dreifache Punktgewinn am Ende einem Mann: Stephane Mvibudulu, dem Schützen des Golden Tors. „Ich habe den Kopf ausgeschaltet, mir ein Herz gefasst, bin einfach losgelaufen und habe abgezogen“, beschrieb er die Situation vor dem Tor zum 1:0 (72.).

Baumgärtels Elfer-Niete bleibt ohne Folgen

Im Hinspiel hatte ein Elfmeter eine Schlüsselrolle gespielt. Enzo Marchese vergab bei einer 3:1-Führung der Blauen einen Strafstoß. Statt 4:1 vorne zu liegen, endete die Partie in Wiesbaden 3:3. Danach folgten 14 Kickers-Punktspiele ohne Sieg. Auch im Rückspiel im Gazistadion wäre einem Elfmeter um ein Haar entscheidende Bedeutung zugekommen. Fabian Baumgärtel, Marcheses Nachfolger als Kapitän, scheiterte vom Punkt aus an Torwart Markus Kolke (24.). Zuvor war dem Ex-VfB-Spieler Patrick Funk nach einer Flanke von Erich Berko der Ball an die Hand gesprungen. Die Kickers blieben danach am Drücker. Sie hatten viel Ballbesitz, vor allem Klaus Gjasula versuchte das Spiel zu ordnen, doch der letzte Pass in die Tiefe fehlte. Im Sturmzentrum konnte sich Mvibudulu nur selten behaupten, der 22-Jährige zeigte lange Zeit zu wenig Durchsetzungsvermögen.

Für die größten Chancen vor der Pause sorgten die Schüsse von Sandrino Braun (44.) und Sandro Abruscia (45.), die knapp am Pfosten vorbei zischten. Der verletzte Bajram Nebihi, der auf der Tribüne mitfieberte, hatte in der Pause Hoffnung: „Wir spielen guten Fußball, wir müssen nur konsequenter vor dem Tor werden. Dann gewinnen wir.“ Der Neuzugang sollte recht behalten, allerdings musste er sich wie alle Kickers-Fans bei Thorsten Oehrl bedanken, der drei Meter vor dem leeren Tor den Ball nach einer Ecke über die Latte köpfte (52.).

Stipic rechnet sich auch in Dresden etwas aus

In der 72. Minute jubelten die 2750 Zuschauer – Mvibudulu erlöste die Blauen mit seinem unwiderstehlichen Solo. Es war der erste Treffer des Winter-Neuzugangs von 1860 München. Danach hatten die Kickers Chancen, sie mussten aber bis zur letzten Sekunde zittern. Am kommenden Sonntag (14 Uhr/MDR) geht es zu Spitzenreiter Dynamo Dresden. Stipic: „Dort wollen wir genauso mutig auftreten wie heute und gewinnen.“ Die Blauen glauben wieder an sich.