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Nach dem Erfolg gegen den FC Memmingen ist der Aufstieg der Blauen so gut wie sicher.

Stuttgart - Erst war es die pure Erleichterung, dann die reine Freunde, und je länger der Abpfiff zurücklag, desto mehr ging das Ganze in eine große Sause in Blau und Weiß über. „Jetzt kann man davon ausgehen, dass nichts mehr passiert“, jubelte Präsidiumsmitglied Guido Buchwald nach dem 1:0-Erfolg seiner Stuttgarter Kickers gegen den FC Memmingen – und angesichts des so gut wie feststehenden Aufstiegs der Blauen.

 

Die haben nach dem Erfolg vom Freitagabend in der Regionalliga nun neun Punkte Vorsprung auf Verfolger SG Sonnenhof Großaspach, der am Sonntag bei 1899 Hoffenheim II antreten muss. Gewinnt das Team von Trainer Alexander Zorniger im Kraichgau nicht, ist die Meisterschaft für die Kickers bereits am Sonntag perfekt. Ansonsten benötigen die Blauen in den beiden restlichen Spielen beim 1. FC Nürnberg II und zu Hause gegen den FC Bayern II noch einen einzigen Punkt, um den Aufstieg in die dritte Liga zu sichern. „Ich bin sehr glücklich“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Der Jubel unter den 5400 Zuschauern im Gazistadion ist grenzenlos

Vor allem aber war auch der Coach erleichtert, dass sein Team dem Erwartungsdruck einmal mehr standgehalten hat. Zu sehen war das nach dem Schlusspfiff, als Schuster erst beide Fäuste in den Himmel über Degerloch reckte und dann einen Freudenschrei losließ. „Da sind mir unheimlich viele Steine vom Herzen gefallen“, sagte der Kickers-Trainer. Zwar war die Partie gegen den FC Memmingen kein Fußball-Leckerbissen, doch das interessierte am Freitagabend nur noch am Rande. „Wir haben Memmingen niedergekämpft“, sagte Dirk Schuster, dessen Team losgelegt hatte wie die Feuerwehr.

In einer äußerst schwungvollen Anfangsphase belohnten sich die Blauen in der 15. Minute, als der wiedergenesene Torjäger Marco Grüttner nach Vorarbeit von Jerome Gondorf zur Führung traf. Für den Stürmer war es Saisontreffer Nummer elf. Danach waren die Kickers weiter spielbestimmend, aber nur noch selten zwingend. Ähnlich verlief die zweite Halbzeit, in der der Sieg der Blauen nicht mehr in Gefahr geriet – und an deren Ende die Partystimmung ruckartig zunahm. Der Jubel unter den 5400 Zuschauern (Saisonrekord) im Gazistadion auf der Waldau kannte jedenfalls kaum Grenzen. Die Spieler feierten mit den Fans auf dem Zaun und tanzten ausgelassen über den Rasen. Ob und wie die Party im Falle eines Großaspacher Patzers am Sonntag fortgesetzt wird, steht jedoch noch nicht fest. „Das entscheiden wir spontan“, sagte Kapitän Enzo Marchese.