Die Stadträte haben 3,5 Stellen für die zentrale Vergabe der Kindergartenplätze bewilligt. Foto: Patricia Sigerist

Die Platzvergabe in städtischen Kindertagesstätten soll künftig über eine zentrale Servicestelle erfolgen. Dafür hat der Stuttgarter Gemeinderat 3,5 Stellen bewilligt. Die künftigen Mitarbeiter sollen auch die Konflikte mit leer ausgegangenen Familien regeln.

Stuttgart - Die Verwaltung der städtischen Kitaplätze macht viel Arbeit. Die Vergabe von jährlich 2000 Plätzen, die Absagen an voraussichtlich 4000 Familien und die Kommunikation mit den Betroffenen sollen künftig von einer zentralen Servicestelle aus erfolgen. Dafür hat der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am Mittwoch 3,5 Stellen bewilligt.

Auf die künftigen Mitarbeiter kommen viele Aufgaben zu. Denn schon bisher ließen sich täglich rund 30 Familien beraten, 30 bis 60 Anrufer kamen über die Telefon-Hotline und bis zu 25 per Mail. Im Jahr mussten 15 000 Elternbriefe verschickt werden, 4500 Erklärungen zur Berufstätigkeit eingegeben werden – und, eigentlich die wichtigste Aufgabe: 2000 Kitaplätze vergeben werden – samt Nachrückverfahren. Ganz zu schweigen von dem, was auf die Absagen folgt. Denn bereits im Jahr 2016 haben 92 Familien ihren Rechtsanspruch auf einen Platz gestellt, und allein in der ersten Hälfte dieses Jahres stieg diese Zahl auf 170 Anträge. Zudem beschwerten sich 350 Familien mündlich oder schriftlich wegen fehlender Betreuungsplätze oder Unklarheiten bei der Platzvergabe bei verschiedenen Dienststellen des Jugendamts. Auch die Kita-Leitungen kamen bei bis zu 500 Familien auf der Warteliste bei einzelnen Einrichtungen kaum noch dazu, ihr Kerngeschäft zu erledigen.

Eine stadtweite Platzvergabe wird es nicht geben

Dies soll sich durch die Einrichtung der zentralen Servicestelle „Städtisches Platzmanagement“ ändern. Bürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) verspricht sich dadurch auch eine hundertprozentige Auslastung aller verfügbaren Plätze des städtischen Trägers. Der Name „Städtisches Platzmanagement“ darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit noch lange nicht eine Gewährung des Rechtsanspruchs oder eine stadtweite Platzvergabe verbunden ist. Erstens gibt es nach wie vor viel zu wenig Kitaplätze, zweitens ist eine zentrale Vergabe, die auch die Plätze bei freien Kitaträgern einbezieht, nicht möglich. Dennoch zeigte sich Jugendamtschefin Susanne Heynen davon überzeugt, dass das Platzmanagement die Sache einfacher mache: „Es wird wegfallen, dass sich Eltern die Finger wund wählen müssen.“ Erfreut über die künftigen Verbesserungen zeigten sich auch Gabriele Nuber-Schöllhammer (Grüne) und Martin Körner (SPD).

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