Eröffnungsfeier des 86. Stuttgarter Frühlingsfestes mit Bürgermeister Führmann, im Festzelt „Beim Benz“. Die erste Maß geht an Andreas Kroll. Foto: Ferdinando Iannone

Das Stuttgarter Frühlingsfest hat begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein waren am Samstag die Zelte und der Platz schon gut gefüllt.

Der Mitarbeiter des Tages? Bei allem Respekt vor Wasenbürgermeister Thomas Fuhrmann und seiner Schlagkraft, aber der kann beim Frühlingsfest nur Petrus heißen. Die Sonne ließ er scheinen, angenehm temperiert, warm, nicht zu heiß. Besser geht es nicht. So waren beim Auftakt am Samstag recht schnell nicht nur die Zelte gefüllt, sondern auch der Platz gut besucht.

 

Bereits um 10 Uhr standen manche vornehmlich junge Gäste, in Lederhose, klein kariert, und im Dirndl, Schlange vor den Zelten – in der Hoffnung einen der nicht reservierten Plätze zu ergattern. Diese Prozedur musste Fuhrmann nicht über sich ergehen lassen. Sein Platz war auf der Bühne im Zelt von Marcel Benz. Der Wirtschaftsbürgermeister der Stadt Stuttgart ist zugleich auch der Wasenbürgermeister. Ihm obliegt die Ehre beim Frühlingsfest das erste Fass anzustechen.

Zum siebten Mal macht er das nun, da hat er Routine entwickelt. In diesem Jahr durfte er sogar gänzlich ungestört mit Zapfhahn und Schlegel hantieren. Im Vorjahr hatte die Tierrechtsorganisation Peta die Eröffnung des Frühlingsfestes genutzt, um auf sich und ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Heuer sind die Tierschützer alle an der Ostsee, ein gestrandeter Wal ist offenbar weitaus publikumswirksamer als das Federvieh.

So ging der Akt ganz zügig vonstatten, zwei Hiebe und das erste Bier floss. Das Recht auf den ersten Schluck hatte dieses Mal der ehemalige Chef der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgarter, Andreas Kroll. Er kam mit seinem Nachfolger Guido von Vacano auf die Bühne, der erstmals an der Spitze seines Teams für das Frühlingsfest verantwortlich ist.

Schlange stehen vor den Zelten. Foto: Ferdinando Iannone

Mit dabei war auch Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Parteikollege Rezzo Schlauch schaute auch vorbei. Das Urgestein der Grünen war schon immer volkstümlich unterwegs, er ging bereits zu Zeiten auf den Wasen, zu denen sich seine Parteifreunde lieber in einen Achtzylinder gesetzt hätten, als in ein Bierzelt. Und die ehemaligen Festwirte Werner Klauss und Hans-Peter Grandl konnten die Eröffnungsfeier genießen und sich dabei ausschließlich um ihr eigenes Wohl und Wehe kümmern – und nicht um das von tausenden Gästen.

Das Frühlingsfest wird bis zum Sonntag, 10. Mai, gefeiert. 250 Betriebe sind auf dem Wasen. Mindestens 1,5 Millionen Besucher werden erwartet.