Im Vorfeld des 77. Stuttgarter Frühlingsfestes gibt es Probleme mit dem Mindestlohn. Foto: in.Stuttgart Fotograf: Thomas Niedermüller

Vor dem Beginn des Frühlingsfestes in Stuttgart-Bad Cannstatt macht der Mindestlohn den Schaustellern so seine Probleme.

Stuttgart - Wegen der Umsetzung des Mindestlohns beklagen Schaustellerbetriebe auf dem Stuttgarter Frühlingsfest Probleme. „Es geht nicht um die 8,50 Euro Stundenlohn“, sagte Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart, am Dienstag. Die damit verbundenen arbeitsrechtlichen Regeln führten aber dazu, dass mehr Personal angestellt werden müsse, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das mache den 239 Schaustellerbetrieben zu schaffen. Das laut Veranstaltern größte Frühlingsfest Europas öffnet am Samstag zum 77. Mal seine Tore. Die Organisatoren rechnen bis zum 10. Mai wie im vergangenen Jahr mit etwa 1,5 Millionen Besuchern.

In Deutschland gilt seit Januar ein flächendeckender Mindestlohn für Beschäftigte über 18 Jahre von 8,50 Euro die Stunde. Das Arbeitszeitgesetz verbietet eigentlich, mehr als zehn Stunden pro Tag zu arbeiten. Für Schausteller gebe es aber eine Ausnahme von zwölf Stunden, sagte Roschmann. Nach den neuen Regeln ist es nicht mehr möglich, an einem Tag mehr und an einem weniger zu arbeiten.

Die Schausteller hätten deshalb Schwierigkeiten, Aushilfen zu beschäftigen, die sich neben ihrem eigentlichen Job noch etwas dazu verdienen wollen, sagte Nico Lustnauer, Vize-Präsident des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute Baden-Württemberg. „Unser Gewerbezweig wird systematisch zerstört.“ Im Freizeitsektor sei es auch schwierig, Preise zu erhöhen, um die gestiegenen Kosten zu decken. „Das macht der Besucher nicht mit.“

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