Stuttgarter Frühlingsfest

Stuttgarter Frühlingsfest Gelungener Auftakt mit 200 000 Besuchern

Von Nina Ayerle 

Zum 80. Mal hat am Samstag das Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen begonnen. Nur zwei Schläge brauchte Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll für den Fassanstich.

Stuttgart - Zwei Dinge hätten den Frühlingsfest-Auftakt am Samstag perfekt gemacht: der Sonnenschein. Und – auch wichtig: „Zum ersten Mal seit vielen Jahren wissen wir jetzt schon, der VfB bleibt erstklassig.“ Soviel zur persönlichen Bilanz von Michael Föll, der für den Fassanstich im Göckelesmaier Festzelt zuständig war. Seine Prognose für den restlichen Tag: Der VfB schieße so viele Tore gegen Werder Bremen wie er, der „Wasenbürgermeister“, Schläge für den Fassanstich brauche. Er sollte tatsächlich recht behalten: Der VfB gewann 2:0.

Sein Renommee als Fassanstecher zerstörte er aber sogleich selbst: „In Berlin habe ich neulich nach zehn Minuten das Fass kaputt gemacht, das Bier floss auf den Boden.“ Daheim in Stuttgart läuft es wohl besser. Zwei Schläge brauchte Föll – hauptberuflich Stuttgarts Erster Bürgermeister – in diesem Jahr für den Anstich. Aber, so spekulierte Moderator Wulf Wager, vermutlich habe Föll heimlich die letzten Tage im Rathauskeller geübt . „Zwei Schläge – zwei Tore“, konnte Föll dann ein paar Minuten später vor dem vollen Festzelt, etlichen Stadträten sowie einigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten stolz verkünden.

Auch die Bilanz der Veranstalter zum ersten Frühlingsfestwochenende fällt ausgesprochen positiv aus: „Einen schöneren Frühlingsfestauftakt hätten wir uns nicht vorstellen können“, sagt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft. „Das war erstklassig und für uns, alle Schausteller, Festwirte und Marktkaufleute ein perfekter Start in dies diesjährige Festsaison.“ Etwa 200 000 Besucher hätten das schöne Wetter am Samstag ausgenutzt und den Cannstatter Wasen besucht.

Aber nicht nur die Eröffnung des Frühlingsfestes, auch das VfB-Heimspiel und der FED-Cup-Halbfinale in der Porsche-Arena haben am Samstag Tausende Menschen nach Bad Cannstatt gelockt. Auf dem Wasen-Gelände herrschte entsprechend reger Betrieb. Die Wasenwache ist dadurch aber nach Auskunft eines Polizeisprechers nicht mehr ins Schwitzen gekommen als sonst. Einige Körperverletzungen, Beleidigungen und Diebstähle seien vorgekommen – aber vor dem Hintergrund, dass der Platz ziemlich voll gewesen sei und der VfB gespielt habe, sei nichts Außergewöhnliches passiert. „Ein ganz normaler Wasenauftakt“, so seine Bilanz. Auch die Bahnen in und um Stuttgart stemmten die zusätzliche Belastung nach eigenen Angaben ohne außergewöhnliche Wartezeiten für die Reisenden.

Rundgang über den Wasen

Rund 240 Schausteller, Festwirte und Marktkaufleute feiern in den kommenden drei Wochen bis zum 13. Mai das 80. Stuttgarter Frühlingsfest. Nicht alle stehen so im Fokus, wie die großen, bekannten Festzeltwirte. Die in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft lud deshalb nach dem Fassanstich zu einem kurzen Rundgang über das Festgelände, um Schausteller und Gastronomen auf dem Platz zu besuchen – mit dabei waren auch Bürgermeister Föll und anwesende Stadträte. „Wir wollen ja auch das Frühlingsfest als Ganzes sehen“, sagte Stadtrat Michael Conz (FDP).

Die erste Station: eine Fahrt mit dem Riesenrad. Ein Blick von oben könne ja schließlich nicht schaden, meinte Conz während der Fahrt: „Da sieht man ja auch, was sich in der Gegend so entwickelt hat in letzter Zeit, gerade zum Beispiel um den Neckarpark.“ Das sehe man eben am besten vom Riesenrad aus. „Außer man hat einen Hubschrauber. Aber den kann ich mir halt nicht leisten“, sagte Conz und lachte. Über die Wildwasserbahn, der Wilden Maus zog die Gruppe dann bis zum Almhüttendorf.

Neben den Klassikern unter den Fahrgeschäften haben in diesem Jahr auch drei neue ihr Debüt gefeiert: die Achterbahn Alpencoaster, die Wildwasserbahn Auf Manitus Spuren und das Laufhaus Spassfabrik.

Generell haben sich die Öffnungszeiten geändert: Während der Platz weiterhin um 11 Uhr öffnet, gibt es erst von 13 Uhr an überall Essen und Getränke. Auch das Bier ist teurer geworden. Der Preis für eine Maß ist um 40 Cent auf 10,30 Euro angestiegen.