Im Möhringer Freibad geht der Badespaß noch bis Sonntag weiter. Foto: 7aktuell.de/Eyb

Trotz der späten Hitze ist nur noch das Freibad in Möhringen geöffnet, die anderen vier haben zu. Seit Mai wurden über 650 000 Besucher gezählt.

Stuttgart - Was für ein Traumwetter. Der Sommer klammert sich mit aller Macht in der Stadt fest, das Thermometer klettert am Dienstag weit über die 30-Grad-Marke, aber so langatmig wie der Sommer ist man bei der Stadt nicht. Trotz perfekter Bedingungen haben vier der fünf städtischen Freibäder am vergangenen Sonntag Punkt 20 Uhr die Saison beendet. Die noch gut beheizten Wasserflächen und die Liegewiesen im Inselbad Untertürkheim, im Vaihinger Rosental, im Höhenfreibad Killesberg und im Freibad Sillenbuch gehören jetzt wieder den Enten aus der Nachbarschaft. Lediglich das Möhringen Bad geht noch bis zum kommenden Sonntag in die traditionelle Verlängerung.

Freibäder in der Region flexibler

Andere Freibäder in der Region reagierten flexibler auf die heiße und trockene Witterung. In Nürtingen, Ludwigsburg, Sindelfingen oder Fellbach wurde die Saison noch mindestens bis zum Ende des Hochs verlängert. „Wir haben das schöne Wetter auch erkannt“, sagt Karin Rudolph von den Stuttgarter Bäderbetrieben, „aber wir haben bei unserer engen Personalsituation keine Luft, um länger offen zu halten.“ Begonnen hatte das Unheil schon im Frühjahr, als es nicht gelungen war, genügend Saisonarbeitskräfte und Rettungsschwimmer zu finden und so das Inselbad bis in den Juli hinein nur von 10.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet hatte. Karin Rudolph begründet die Probleme mit der guten Wirtschaftslage, durch die in der Stadt viele besser bezahlte Saisonarbeitsplätze entstanden seine. „Manchen geht die Arbeit im Bad über alles, aber wenn einer nur auf das Geld schaut, haben wir keine Chance“, sagt sie – und fügt hinzu. „Wir brauchen für 2017 eine besseren Personalplan.“

Grüne und CDU drängen auf Verbesserungen

Dem schließen sich sicher viele an, unter anderem auch Alexander Kotz (CDU) und Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne). Die Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei im Gemeinderat haben sich in Facebook gegenseitig versichert, wie unverständlich die Nichtverlängerung aus ihrer Sicht sei. Für die Grünen-Kommunalpolitikerin ist vor allem die Schließung an ihrem Wohnort Vaihingen ärgerlich. Da dort das Hallenbad wegen eines Bauschadens geschlossen bleibt, hätte es da doch Personallösungen für das Freibad geben müssen. Und CDU-Mann Kotz will bei dem seit 1. September amtierenden neuen Bäderchef Alexander Albrand die nötige personelle Flexibilität für 2017 einfordern. Albrand sagte denn auch zu, das prüfen zu wollen. Und wenn sich die CDU und Grüne nicht nur in Facebook. sondern auch im Gemeinderat einig wären, müsste sich bei den herrschenden Machtverhältnisse tatsächlich eine Beschlusslage finden lassen. Allerdings erst für 2017, denn das aktuelle Hoch soll am Donnerstag an Kraft verlieren.

Auch in der letzten Woche noch guter Besuch

Dass Verlängerungen auch in Stuttgart möglich sind, zeigte die Stadt 2012 auf dem Killesberg und ein Jahr später in Sillenbuch. Und dass durchaus noch Nachfrage vorhanden ist, beweist die Besucherzahl in Möhringen von Montag. 3100 Badegäste passierten die Kasse, das waren zwar nicht einmal halb so viele wie am stärksten Tag im Juli (etwa 7000) aber für einen ersten Schultag ist das doch ein erstaunlicher Wert.

Insgesamt besuchten 656 983 Badegäste bis zum vergangenen Sonntagabend die fünf städtischen Freibäder. Mit den etwa 10 000 Schwimmfans aus Möhringen bis Ende dieser Woche kommt man damit ein wenig über den „langjährig kalkulierten Durchschnitt von 650 000 Besuchern“, wie Karin Rudolph erklärt. Das war nach dem völlig verregneten Mai und vor allem dem Juni nicht zu erwarten gewesen. Anfang Juli lag man um gut 100 000 Besucher hinter dem angestrebten Schnitt, aber das grandiose meteorologische Sommerfinale rettete die Bäderbilanz, wobei man mit den Einnahmen trotzdem maximal 50 Prozent der Kosten finanzieren kann. In diesem Jahr hätte man freilich noch ein wenig dazu verdienen können.

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