Daniel Stauch vor dem Herzstück seiner Ausstellung. Foto:  

Der Stuttgarter Fotograf Daniel Stauch hat bekannte Motive aus dem Kessel neu in Szene gesetzt.

Stuttgart - So ruhig zeigt sich der Schlossplatz selten. Kein Mensch hetzt über die Königstraße, niemand sitzt auf Bänken oder Freitreppen. Im Hintergrund geht gerade die Sonne auf und spiegelt sich an der großen Glasfassade des Kunstmuseums. „Das Bild habe ich an einem Morgen um kurz vor sieben Uhr aufgenommen“, sagtDaniel Stauch. Der Stuttgarter Fotograf mag die Stimmung, die ein Motiv morgens beim Sonnenaufgang einfängt, „dann ist der Himmel noch klarer als abends“, so der 40-Jährige.

Das großformatige Bild ist eines der Werke aus seiner Ausstellung „Stuttgart//23“, die er am Freitag im Beisein von Familie, Freunden und anderen Wegbegleitern eröffnet hat. Stauch ist etwas nervös, aber auch stolz, schließlich ist es seine erste eigene Ausstellung in der Stauch Gallery, die er seit Juni dieses Jahres an der Knollstraße 1 betreibt. In seiner Kunstgalerie im Stuttgarter Norden bietet er seither Kunst und Künstlern eine Plattform. Zum Charme trägt auch das Gebäude selbst bei: Die Galerie befindet sich in der gut 150 Jahre alten Badeanstalt auf dem ehemaligen Bahngelände. Auf 70 Quadratmetern zeigen sich jetzt Protagonisten aus der Stuttgarter Kunstszene, außerdem bietet sich ein Rahmen für alle Arten von Veranstaltungen. Im Vordergrund stehen Kunst, Kommunikation und kreativer Austausch.

Die Stadt in ein neues Licht rücken

Die Hauptdarstellerin seiner ersten Werkschau in den eigenen vier Wänden ist klar: Stuttgart. „Es ist eine Liebeserklärung an meine Heimat“, sagt Stauch. „Ich möchte die Stadt in ein anderes Licht rücken. Zeigen, dass sie mehr ist, als nur Stuttgart 21.“ Als Motive hat er sich die Klassiker ausgesucht: Grabkapelle, Stadion, Leonhardsviertel, Porsche-Museum, das vielfotografierte Innenleben der Stadtbibliothek. „Ich wollte versuchen gewöhnliche Orte außergewöhnlich zu fotografieren“, sagt er. Das gelingt ihm vor allem durch ein kreatives Spiel mit Licht und Schatten.

Für Fotografie hat sich Stauch schon immer begeistert. Die Leidenschaft war geboren, als ihm sein Vater eine Spiegelreflex-Kamera geschenkt hat. Trotzdem hat er nach der Schule eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht, „etwas Vernünftiges“, sagt er und lacht. Dann aber bahnte sich die Lust auf Kreativität ihren Weg und brachte ihn zum Studium an die Merz-Akademie.

Dass er jetzt ausgerechnet seine Heimatstadt in den Mittelpunkt seiner ersten Ausstellung in der Stauch Gallery gesetzt hat, mag auch daran liegen, dass er diese beruflich ziemlich oft verlässt. Als Architekturfotograf ist er seit mehr als 15 Jahren auf der ganzen Welt unterwegs, dokumentiert Bauwerke, Museumsinstallationen oder Lichtkonzepte. Für drei Jahre hat er außerdem in New York gelebt und als Assistent von Udo Spreitzenbarth gearbeitet, einem der bekanntesten Mode- und Kunstfotografen, den Stauch seinen Mentor nennt. Auch Stauch selbst hat lange in der Modebranche gearbeitet, als die Architektur hinzukam, hat er sich entscheiden müssen – und sich auf Letzteres spezialisiert. „Irgendwann musste ich mich auf einen Bereich fokussieren.“ An der Architektur-Fotografie liebt er die Ruhe und das technische Wissen, das sie einfordert.

Bei der Vernissage am Freitagabend standen außerdem gemeinnützige Projekte in Stuttgart im Mittelpunkt. Fünf Prozent des Kaufpreises pro verkauftem Bild gehen an den Förderverein des Diakonie-Klinikums Stuttgart zugunsten der künstlerischen Ausgestaltung der Palliativstation.

Bis 23. Februar wird die Ausstellung in der Stauch Gallery zu sehen sein.

Stauch Gallery: Knollstraße 1, Öffnungszeiten: Donnerstag 29.11., 6.12., 13.12., 20.12. 18 bis 21 Uhr, Samstag 8.12. und 15.12., 17 bis 20 Uhr, Sonntag 9.12. und 16.12. 15 bis 18 Uhr.

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