Am Stuttgarter Flughafen können Fluggäste von Eurowings ab diesem Dienstag ihr Gepäck selbst aufgeben. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Was kompliziert klingt, soll Fluggästen von Eurowings am Stuttgarter Flughafen ab sofort die Gepäckaufgabe vereinfachen. Stuttgart ist damit Eurowings weltweiter Vorreiter.

Stuttgart - Die Schulferien sind in vollem Gange, das lange Osterwochenende steht kurz bevor. Das merkt man an den vergleichsweise leeren Straßen, Stadt- und S-Bahnen. Das merkt man vor allem aber auch an den Menschenschlangen, die sich am Dienstagvormittag am Stuttgarter Flughafen vor den Schaltern der einzelnen Fluggesellschaften drängen. Und das, obwohl die meisten Airlines weltweit schon vor langer Zeit den Online-Check-in eingeführt und den Kunden dadurch kürzere Abwicklungszeiten vor dem Abflug versprochen haben.

Ein Versprechen aus dieser Kategorie kommt nun von Eurowings in Stuttgart hinzu: „Schnelle und bequeme Gepäckaufgabe für Passagiere.“ Was damit gemeint ist? Eurowings’ weltweit erster Self Bag Drop. Und was damit wirklich gemeint ist? Eurowings’ weltweit erste Servicestation, an der Fluggäste ihr Gepäck selbst „schnell und sicher“ aufgeben können. „Der Self Bag Drop dauert ein paar Sekunden“, sagt Susanne Herman, die am Flughafen für die Verkehrslenkung zuständig ist. „Es kommt darauf an, wie geschickt sich der Fluggast anstellt.“

Vier Schritte bis zum Ziel

Tatsächlich sind es nur vier Schritte, die die Passagiere vornehmen müssen: das Gepäck auf dem Laufband platzieren, die Boardkarte scannen, den Klebestreifen am Koffer anbringen und den Vorgang am Computer beenden. Wer alles richtig gemacht hat, wird seinen Koffer wenig später davonrollen und im besten Fall am Zielflughafen wiedersehen. Auch die Pressesprecherin des Flughafens, Beate Schleicher, weist auf die Vorteile der neuen Anlagen hin. Der Vorteil für den Passagier sei eine schnellere Abwicklung. Der Vorteil für die Fluggesellschaft sei, dem Passagier eine schnellere Abwicklung zu ermöglichen.

Nicht erwähnt, aber möglicherweise auch gemeint: die Einsparung von Personalkosten. Fünf dieser Anlagen, die sich im Fachjargon Common-Use-Schalter nennen, finden sich momentan am Terminal 1. Eurowings ist bislang die einzige Airline in Stuttgart, die die entsprechende Technik besitzt, um die Anlagen zu nutzen. Andere Fluggesellschaften, so Schleicher, hätten aber bereits Interesse bekundet. So sollen im Sommer im Terminal 3 vier weitere Schalter hinzukommen, die dann möglicherweise auch von den anderen Airlines genutzt werden können.

Warum ausgerechnet Stuttgart?

Die ersten Fluggäste, die sich an diesem Dienstagvormittag an den neuen Schaltern austoben dürfen, scheinen zumindest zufrieden zu sein– auch wenn die Abwicklung doch etwas länger als ein paar Sekunden gedauert hat. Immerhin: Wer sein Gepäck selbst aufgibt, muss sich nicht am Schalter anstellen und kann allein dadurch einiges an Zeit einsparen. Allerdings: Der neue Service gilt nur für bestimmte Flüge. Außerdem muss vorher in jedem Fall ein Online-Check-in vorgenommen worden sein.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Warum ausgerechnet Stuttgart? „Natürlich gibt es weitaus größere Flughäfen als den Stuttgarter. Aber gerade hier haben wir große Kapazitäten erkannt und sowieso schon immer eine gute Zusammenarbeit gehabt“, erklärt Sebastian Iske, Leiter des Projekts vonseiten der Eurowings. Noch im Sommer würden vermutlich Flughäfen wie Köln und Düsseldorf nachziehen. Bis dahin sei Stuttgart der Vorreiter.

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