Die Verkehrsmisere beim Milaneo ist Anlass für die Neukonzeption des Parkleitsystems Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das antiquierte Parkleitsystem in der Stuttgarter City könnte von 2016 an erneuert werden. Nach den Grünen, die vergangene Woche in Verbindung mit dem Verkehrschaos um das Einkaufszentrum Milaneo Verbesserungen forderten, positionierten sich am Dienstag CDU und Freie Wähler.

Stuttgart - Das antiquierte Parkleitsystem in der Stuttgarter City könnte von 2016 an erneuert werden. Nach den Grünen, die vergangene Woche in Verbindung mit dem Verkehrschaos um das Einkaufszentrum Milaneo Verbesserungen forderten, positionierten sich am Dienstag CDU und Freie Wähler. Das Leitsystem für die Parkhäuser sei überaltert, sagte Fraktionschef Alexander Kotz, und nicht allein der Handel ziehe Menschen in die Stadt. FW-Chef Jürgen Zeeb nannte die Erneuerung eine „dringende Aufgabe“.

Das Parkleitsystem, das freie Stellplätze anzeigt, ist vor rund 30 Jahren konzipiert worden, seit über 25 Jahren in Betrieb. Die Schnittstellen zwischen Parkleitrechner und den Schrankenanlagen der Garagenbetreiber sind aber inzwischen so veraltet, „dass es bereits zu Schwierigkeiten bei der Installation der Datenübertragung kommt“, schreibt das Technikreferat von Bürgermeister Dirk Thürnau (SPD) in einem Zustandsbericht. Die Hinweise auf freie Plätze beim Milaneo müssten „dringend verbessert werden“, sagte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU).

Für den Doppelhaushalt 2014/2015 hatten Thürnaus Fachleute eine Million Euro gefordert, waren aber abgeblitzt. Freie Stellplätze in Parkhäusern gebe es durchaus, so die Experten, ohne aktuelle Anzeigen seien lenkende Hinweise aber nicht möglich. Die fruchteten nicht, sagte Ralph Schertlen (Stadtisten). Er hält die Aufrüstung für „rausgeschmissenes Geld“.

In den Beratungen zum kommenden Doppelhaushalt wird das Parkleitsystem erneut in Konkurrenz zu andern Investitionen stehen. Der Technikausschuss des Gemeinderats erhielt am Dienstag eine Übersicht über die Integrierte Verkehrsleitzentrale.

Die Leitzentrale wird durch Ausbauten in Vaihingen, Möhringen und der Zufahrt zur Autobahn  8 (Nord-Süd-Straße) weiter aufgerüstet. Bis Sommer 2015 sollen 35 Induktionsschleifen und 19 Kameras für 866 000 Euro in Betrieb gehen. Damit soll die Blechlawine auf den Fildern besser gesteuert werden können. Außerdem investiert die Stadt 530 000 Euro für den Vorrang von Linienbussen an Ampeln. Bis Ende 2015 sollen weitere 40 Anlagen umgerüstet werden. Damit wären 91 Prozent der infrage kommenden Signale angepasst. Autofahrern auf der innerstädtischen B 14 soll nächstes Jahr außerdem mit 18 Schildern eine wechselnde Geschwindigkeit angezeigt werden können.

Noch wichtiger als der Ausbau sei der Unterhalt der technischen Infrastruktur, sagte Thürnau. SDP-Fraktionschef Martin Körner hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Wartungsverträge für die Verkehrsrechner aus Kostengründen gekündigt worden seien. Körner: „Das bedeutet, dass die irgendwann nicht mehr arbeiten können.“ Für die Wartung will Thürnau jährlich 150 000 Euro beantragen.

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