Die CDU-Bezirksgruppe Ost hat einen Schuldigen für die das Ergebnis der CDU bei der Bundestagswahl ausgemacht: den CDU-Generalsekretär Peter Tauber (links neben Angela Merkel). Foto: dpa

Der Vorstand der Bezirksgruppe Stuttgart-Ost forderte „nach dem desaströsen Ergebnis“ der CDU bei der Bundestagswahl sogar einstimmig Konsequenzen – in Berlin.

Stuttgart - Die zwei Direktmandate zwar behauptet, aber als Partei in Stuttgart viele Wähler verloren: Die gerupfte CDU in der Landeshauptstadt hat immer noch am Ergebnis der Bundestagswahl zu knabbern. Der Vorstand der Bezirksgruppe Stuttgart-Ost forderte „nach dem desaströsen Ergebnis“ der CDU sogar einstimmig Konsequenzen – in Berlin. Er rief den CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf, persönliche Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten. Die CDU brauche einen „neuen, starken, unverbrauchten Generalsekretär“. Mit dem könne sie sich dann neue Wählerschichten erschließen und die Erneuerung schaffen, „ohne die heutigen Unterstützer und Mitglieder zu vergraulen“. Die CDU-Oberen im Stuttgarter Osten warfen Tauber vor, er habe vor der Wahl „Menschen mit drei Minijobs nicht angehört“, nicht deren dreifachen Einsatz gewürdigt, sondern sich über solche Menschen lustig gemacht und das „C“ im Parteinamen verhöhnt. Die CDU habe sich dem Zeitgeist geöffnet, neue Mitglieder in Randgruppen der Gesellschaft gesucht, treue Mitglieder damit vergrault und Wähler der echten politischen Mitte verloren.

Kreisvorstand: Aufarbeitung ist notwendig

Der Vorstoß des Ost-Vorstandes, der mit dem Kreisvorsitzenden und wiedergewählten Abgeordneten Stefan Kaufmann nicht abgestimmt war, ist wohl die massivste Unmutsäußerung aus der Kreispartei. Der Kreisvorstand hat sich nicht-öffentlich allerdings auch über das Ergebnis unterhalten und eine Aufarbeitung für notwendig erklärt. Dabei gehe es aber mehr um die Partei insgesamt, nicht um den Kreisverband, sagt Kaufmann. In der Stuttgarter Partei soll sich nach seiner Vorstellung der Strategiearbeitskreis damit befassen, der sich schon länger um die Frage kümmert, wie man sich besser als Großstadtpartei behaupten kann. Dass die Grünen im Stuttgarter Westen und im Stuttgarter Süden jetzt schon oft einen guten Stand gehabt hätten, „egal was sie machen“, und dass die CDU sich dort schwer tut, bleibe ein Thema, sagt Kaufmann. Im Kreisvorstand hatten er und Karin Maag hervorgehoben, dass sie immerhin die Direktmandate hatten verteidigen können. Doch es habe in der Runde auch Wehmut geherrscht, heißt es, weil die CDU von knapp 40 Prozent auf knapp 30 Prozent abgestürzt war. Die AfD habe der CDU zu viele Wähler abspenstig machen können, beklagte ein Vorstandsmitglied. Darüber müsse man nachdenken.

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