Der Stuttgarter Ballettintendant Tamas Detrich verkündet eine neue Position für den Tänzer, Choreografen und Fotografen in der Saison 2022/2023.
Stuttgart - Manchmal kommt es wirklich anders, als man denkt. Bei Roman Novitzky zum Beispiel. Erster Solist des Stuttgarter Balletts, Choreograf und Fotograf – zudem immer auf der Suche, das Thema Tanz auf möglichst viele Arten fassbar und erlebbar zu machen.
Eben dies wird Roman Novitzky von der Spielzeit 2022/2023 an ganz offiziell machen – als „Artist in Residence“. Dies verkündete Tamas Detrich, Intendant des Stuttgarter Balletts, am Samstag bei der Veranstaltung „60 Jahre Stuttgarter Ballett – Konzept Zukunft“ unserer Zeitung und des Stuttgarter Balletts im Opernhaus Stuttgart.
Aktuell bereitet Novitzky eine Uraufführung vor
„Wir schaffen für Roman Novitzky eine für das Stuttgarter Ballett völlig neue Position“, sagte Tamas Detrich. Und: „Ich freue mich sehr, dass wir Roman Novitzky damit neue Freiräume für seine vielfältige Arbeit mit der Kompanie eröffnen können.“ Roman Novitzky, seit 2015 Erster Solist des Stuttgarter Balletts, tanzte jüngst erstmals auch in Stuttgart die Hauptrolle in John Crankos „Onegin“, nachdem er sein Debüt schon vor zwei Jahren bei einem Gastspiel in China gegeben hatte, und bereitet als Choreograf aktuell eine neue Uraufführung vor. Premiere ist im Mai 2022. Als Fotograf wurde er unter anderem durch das Buch „Tanzende Blicke. Roman Novitzkys Stuttgarter Ballett“ über die Ballettwelt hinaus bekannt.
„Ich fühle mich sehr geehrt“, erwiderte der in Bratislava geborene Novitzky, der seit 2009 in Stuttgart tanzt, am Samstag vor den mehr als 400 Gästen – „einmal mehr gibt mir das Stuttgarter Ballett neue künstlerische Perspektiven.“
Tänzer drängen nach vorn
Solche erarbeitet sich aktuell auch die Solistin Agnes Su. Am Sonntagabend tanzte die US-Amerikanerin, 2013 Absolventin der John-Cranko-Schule, an der Seite von Jason Reilly erstmals die Tatjana in „Onegin“, am Samstag beglückten Su und Reilly das Publikum bei „60 Jahre Stuttgarter Ballett – Konzept Zukunft“ mit einem Pas de deux aus William Forsythes „Blake Works I“.
Und Tamas Detrich machte deutlich: Wie Agnes Su drängen aktuell einige Tänzerinnen und Tänzer des Stuttgarter Balletts noch weiter nach vorne. „Man wird in den nächsten Monaten viel Bewegung auf unseren Positionen sehen“, versprach der Stuttgarter Ballettintendant.
Cranko-Schule sucht Nachwuchs
Viel Bewegung soll es auch bei den Angeboten des Stuttgarter Balletts über die Aufführungen hinaus geben. „Bisher konnten wir hier durch die Pandemie leider nur sehr wenig machen“, sagte Detrich, „jetzt aber hoffen wir, sehr viele Menschen für unsere Kunst begeistern zu können.“
Neu begeistern muss man offenbar auch die Jüngsten und deren Eltern. „Wer zwischen sieben und elf Jahren alt ist und sich für Tanz und Ballett interessiert“, sagte Detrich am Samstag, „kann sich gerne bei der Cranko-Schule bewerben.“ Zwei Jahre ohne Aufnahmeprüfung zeigen auch in der vor 50 Jahren gegründeten Talentschmiede ihre Wirkung. Umso mehr freut sich Detrich über „die engen Verbindungen von Schule und Kompanie“ – spürbar werden werde dies auch, wenn „40 Kinder der Schule einen neuen ,Nussknacker‘ mitgestalten“ , betonte Tamas Detrich beim Blick in eine Zukunft „auch mit neuen Handlungsballetten“.