Daimler-Mitarbeiter in Untertürkheim bei der Arbeit Foto: Martin Stollberg

Am Montag findet im Mercedes-Werk in Untertürkheim eine Betriebsversammlung statt. Thema wird auch sein, dass die meisten Leiharbeiter dort nicht weiter tätig sein können. Der Daimler-Betriebsrat hat deswegen den Sportwagenbauer Porsche kontaktiert.

Stuttgart - Hunderte Zeitarbeiter des Mercedes-Motorenwerks in Untertürkheim hoffen, dass sie künftig beim Sportwagenbauer Porsche einen Arbeitsplatz bekommen: „Nachdem ich in der Presse vom Bedarf an neuen Mitarbeitern bei Porsche gelesen habe, bin ich sofort mit Porsche in Kontakt getreten“, sagt Michael Häberle, Betriebsratschef in Untertürkheim, unserer Zeitung. „Ich würde mich sehr freuen, wenn viele der Leiharbeitnehmer, die bei uns demnächst abgemeldet werden sollen, bei Porsche unterkommen. Das ist zwar ein Verlust für uns, aber die betroffenen Leiharbeitnehmer haben mit Porsche ebenfalls einen sehr guten, tarifgebundenen Arbeitgeber.“ Der Betriebsrat rechnet damit, dass Daimler Ende Mai eine große Zahl an Zeitarbeitern in Untertürkheim abmelden wird. Um zukunftsfähig zu bleiben, sollen in dem Werk künftig auch Komponenten für die Elektrofahrzeuge des Konzerns entwickelt und produziert werden. Während der Umbauarbeiten aber hat Daimler weniger Bedarf an Zeitarbeitskräften, teilt das Unternehmen mit, macht aber keine genauen Angaben zum Umfang der betroffenen Zeitarbeitskräfte. Derzeit sind rund 900 Männer und Frauen als Zeitarbeiter im Motorenwerk in Untertürkheim im Einsatz. Die Zeitarbeit wird auch bei der Betriebsversammlung des Werks an diesem Montag ein Thema sein.

Porsche ist noch auf der Suche nach Personal

Porsche hingegen ist noch auf der Suche nach Personal für die Produktion des ersten E-Sportwagens Taycan. Insgesamt schafft das Unternehmen dafür 1500 neue Arbeitsplätze in Zuffenhausen. Die Produktion beginnt im September, Ende des Jahres sollen die ersten E-Sportwagen ausgeliefert werden. „Von den 1500 Arbeitsplätzen, die rund um den Taycan entstehen, haben wir etwa die Hälfte besetzt“, sagte Andreas Haffner, Vorstand für Personal und Soziales bei Porsche, unserer Zeitung. Die Marke Porsche habe zwar unverändert eine sehr hohe Anziehungskraft bei Fachkräften mit eher klassischen Produktionsfähigkeiten. Darüber hinaus spüre aber auch Porsche, dass nicht nur der Wettbewerb um Ingenieure und IT-Spezialisten zugenommen hat, sondern es auch zunehmend schwieriger wird, hoch spezialisierte Fachkräfte zu gewinnen – etwa in der Instandhaltung im Bereich Elektrik/Elektronik. „Insofern begrüßen wir prinzipiell die Initiative des Betriebsrats von Daimler und freuen uns gegebenenfalls über Bewerbungen von Daimler-Zeitarbeitern“, sagt Haffner und betont: „Klar ist aber auch, dass die Zugangsvoraussetzungen für alle Bewerber gleich sind.“

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