Beisitzer Alexander Mak, der zweite Vorsitzende Mario Rossignuolo und der Vorsitzende Tomas Thiel (von links) hoffen auf eine Verjüngung im Verein. Foto: Marta Popowska

Der neue Vorstand der Gartenfreunde Zuffenhausen beschreitet neue Wege und hofft, sich langfristig zu verjüngen

Zuffenhausen - Die Altersstruktur sieht wohl in jedem Kleingartenbauverein ähnlich aus: Ein überschaubarer Teil der Pächter zählt zur jungen Generation, der Großteil ist kurz vor oder bereits imRentenalter. Die Gartenfreunde Zuffenhausen am Rotweg möchten das ändern. In ihrem Verein sollen in naher Zukunft mehr junge Familien und Kinder das Bild prägen. Um das zu erreichen, hat sich der neue Vorstand mit seinen Mitgliedern darauf verständigt, Familien mit Kindern bei der Vergabe der Parzellen zu bevorzugen.

„Wir hatten uns vorher darüber unterhalten und bei unserer Sitzung im März gesagt, dass wir Wert auf mehr Familien im Verein legen“, sagen der neue Vorsitzende Tomas Thiel und sein Stellvertreter Mario Rossignuolo. Die 308 Mitglieder hätten die Botschaft positiv aufgenommen. Denn die Altersstruktur im Verein ist hoch. „Ich schätze circa 70 Prozent sind zwischen 50 und 70 Jahre alt“, sagt Thiel. Damit fehlen nicht nur bei den Festen immer häufiger Helfer. Es geben auch immer wieder Menschen ihre Parzellen auf, weil sie nicht mehr fit genug sind, um diese in Schuss zu halten.

Größter Gartenverein in Stuttgart

„Im vergangenen Jahr waren es 19 Parzellen, die abgegeben wurden“, betont Thiel. 246 habe man insgesamt. Was viele Leute nicht wissen: „Wir sind der größte Gartenverein in Stuttgart“, betont der Vorsitzende. Thiel selbst ist sprichwörtlich in den Verein hineingewachsen. Seine Eltern haben ihre Parzelle seit 2001. „Ich fand das schon immer cool, Dinge selbst anzubauen und zu ernten. Und ich habe mich schon immer ehrenamtlich engagiert“, sagt er. So ein Garten habe neben dem Obst und Gemüse viele Vorteile. Klar müsse man Arbeit reinstecken und im Sommer häufiger zum Gießen kommen. „Ich bin aber so gern hier, dass ich gar nicht merke, wie viel Zeit ich im Garten verbringe“, schwärmt er. Es herrsche eine tolle Gemeinschaft, man helfe einander, etwa wenn mal jemand im Urlaub sei, und man könne im Garten entspannen und grillen. Das sei mitunter das Beste.

„Es ist ein geschütztes Paradies. Kinder können hier sicher spielen und herumtollen“, sagt Beisitzer Alexander Mak. Auch der zweifache Vater hat seit rund sieben Jahren eine Parzelle gepachtet. Er schätzt die Ruhe des Idylls und freut sich auf den Sommer mit seinen Kindern im Garten. „Kinder bekommen wieder einen Bezug zur Natur. Das fehlt vielen“, ergänzt Thiel, der nun hofft, dass die Bewerberzahl junger Familien steigt. Es gebe zwar eine Warteliste, doch würden Leute mit Kindern bevorzugt. Um das zu gewährleisten, können Bewerber auf der Anmeldung nun angeben, ob sie Kinder haben oder nicht. Je nachdem welche der 246 Parzellen frei würde, komme eine einmalige Ablöse zwischen 1000 und 5000 Euro auf die neuen Pächter zu. Das Geld geht an den Vorgänger, nicht an den Verein. Die Gärten unterscheiden sich in Bepflanzung und Ausstattung. Manche haben Holzhütten, andere Steinhäuser. „Der Verein erhält von den Mitgliedern einen Jahresbeitrag in Höhe von 100 Euro“, sagt Thiel.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, hat beim alljährlichen Sommerfest die Chance dazu. Dieses findet am ersten Juliwochenende statt.

Mehr Infos zum Verein: www.gartenfreunde-zuffenhausen.de

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