„Die Stadt ist nicht schuld“: OB-Kuhn weist die Kritik an der Stadt in Zusammenhang mit dem jüngsten Fischsterben zurück. Foto:  

Knapp drei Wochen nach dem jüngsten Fischsterben im Max-Eyth-See hat die Stuttgarter Stadtverwaltung ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Bis nächsten Sommer soll es greifen.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart will den Sauerstoffgehalt des zwischen Mühlhausen und Hofen gelegenen Max-Eyth-Sees mit einer größeren Wasserzufuhr und der Möglichkeit einer Wasserableitung dauerhaft stabilisieren und so ein weiteres Fischsterben verhindern. Das kündigten Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Umweltbürgermeister Peter Pätzold (beide Grüne) und Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Stuttgart an. Für die Einrichtung eines solchen Zu- und Abflusses ist ein wasserrechtliches Verfahren erforderlich, das zügig angegangen werden soll. Kuhn versprach: ,„Wir machen das mit hoher Priorität. Bis zum nächsten Sommer wollen wir da weiter sein.“ Künftig sollten rund 200 Liter pro Sekunde in das stehende Gewässer eingeleitet werden. Derzeit gelangen über Wasserleitungen nur 40 Liter pro Sekunde dorthin. Das reicht den Angaben zufolge lediglich aus, um verdunstendes Wasser zu ersetzen. Kuhn sagte, man könne nicht ausschließen, dass es auch in der Zukunft zu einem Fischsterben kommt. „Die Wahrscheinlichkeit dafür wollen wir aber stark senken.“

„Die Stadt ist nicht schuld“

Kritik an der Stadt in Zusammenhang mit dem jüngsten Fischsterben wies Kuhn zurück: „Die Stadt ist nicht schuld.“ Der Max-Eyth-See sei ein komplexes Gewässer. Dort seien viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Umweltbürgermeister Pätzold erklärte, trotz regelmäßiger Messungen sei der See vom 31. August auf den 1. September „extrem spontan“ gekippt. In der Folge waren dort bis zu 50 000 Fische verendet. Technikbürgermeister Thürnau erklärte, Hauptproblem bei dem 17 Hektar großen und 400 000 Kubikmeter Wasser fassenden Max-Eyth-See sei, dass dort kein Wasseraustausch stattfinde. Das wolle man jetzt ändern.

Als kurzfristige Maßnahmen kündigten die zuständigen Bürgermeister ein automatisiertes Messverfahren an. Die Wasserwerte, die derzeit noch manuell kontrolliert werden, sollen künftig online jederzeit abrufbar sein. So könne früher gegengesteuert werden. Außerdem sollen an drei Stellen im See stationäre Pumpen zur Belüftung des Gewässer installiert werden. „Wir werden den See früher und anders belüften“, sagte Kuhn. Zugleich betonte er: „Die vielfältige Nutzung des Max-Eyth-Sees soll erhalten bleiben“. Der See sei ein wichtiges Naherholungsziel für Stuttgart.

Aktuell liegen die Sauerstoffwerte dort nach Angaben der Stadt bei 9 bis 11 mg pro Liter. Bei der „Havarie“ (Thürnau) Anfang September war der Sauerstoffgehalt auf 2 mg pro Liter abgesunken.

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