Der Feuersee nach den Vorschlägen der Landschaftsarchitekten vom Büro G2: Die Menschen kommen näher ans Wasser ran. Foto: Visualisierung: G2 Landschaftsarchitekten Gauder+ Gehring

Der Feuersee soll eine neue, prägnante Südkante bekommen. Dafür haben die Anwesenden in der Bürgerwerkstatt Feuersee im Bürgerzentrum West plädiert.

Stuttgart - Der Feuersee soll eine neue, prägnante Südkante bekommen. Dafür haben die Anwesenden in der Bürgerwerkstatt Feuersee im Bürgerzentrum West plädiert. Der Entwurf der G2-Landschaftsarchitekten, der von allen Bewerbern die meisten Bürger überzeugt hat, wird nun dem Bezirksbeirat West in Kürze empfohlen.

Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung hat die drei Entwürfe der Architektenbüros G2, Glück, Brixner und Petri vorgestellt, die das Wohnumfeld um den Feuersee aufwerten sollen. Dabei setzten sich die G2-Landschaftsarchitekten mit 19 Bürgerstimmen vor Glück, Brixner und Petri knapp durch. Die Bürger diskutierten jeden Entwurf ausführlich, wobei die Grundfrage aufgeworfen wurde, ob der Feuersee denn nun ein Ort der Ruhe und Erholung oder ein offener Platz mit der Option zum Festefeiern werden solle. Die G2-Architekten fanden mit ihrem Entwurf einen Kompromiss aus beiden Forderungen. Für die Aufwertung des Standorts sieht die Stadtentwicklungspauschale 300 000 Euro vor.

Das Hauptaugenmerk der Präsentationen ist auf die Südseite des Sees gerichtet, der Bereich mit den Treppen, der zur Rotebühlstraße zeigt. Die Vorgabe der Ausschreibung sollte die Aspekte „Wohlfühlfaktor, Barrierefreiheit und die Ermöglichung nichtkommerzieller Angebote“ berücksichtigen, erklärt Klaus Volkmer, Leiter für Stadtgestaltung im öffentlichen Raum. Den Entwürfen ist ein Rahmen durch Denkmalschutzbestimmungen gesetzt. Diese beziehen sich sowohl auf den See selbst als auch auf die Johanneskirche und den Feuerseeplatz. Anfang 1700 hatte die Stadt den Stausee für Löschzwecke ausgehoben.

Der Baumbestand ist nicht betroffen

„Es geht hier doch um Wirtschaft. Wir sollten den Feuersee abpumpen und dort eine Tiefgarage bauen“, lautet die erste Wortmeldung in der Diskussionsrunde. Der Vorschlag des älteren Herrn im grauen Jackett stößt im Publikum auf wenig Gegenliebe. Ein anderer sagt, er wünsche sich eine Gastronomie, wo heute die Toiletten stehen. Einem weiteren Bürger ist die Gestaltung des Ufers besonders wichtig. Wieder einem anderen die Beleuchtung der Kirche am See.

Der Vorschlag der G2-Landschaftsarchitekten sieht eine Umgestaltung des Podests am Wasser vor, das dann durch Rampen auch für Rollstuhlfahrer mühelos erreichbar ist. Gleichzeitig bleibt der Wasserspiegel niedrig, damit Seeflaneure nicht vom Lärm der Rotebühlstraße gestört werden. Für Veranstaltungen wie Konzerte könnte ein temporäres Holzdeck Verwendung finden. Auch der Baumbestand ist vom Entwurf nicht betroffen.

Innerhalb der Aufwertung des Wohnumfelds um den Feuersee soll auch das Wasser gesäubert werden, das durch übermäßige Vegetation „müffelt“, wie Volkmer von der Stadtgestaltung sagt. Das hat eine Analyse des Tiefbauamts bestätigt. Wenn der Wasserspiegel wie im Entwurf von G2 unverändert niedrig bleibt, muss die Wasserzufuhr erhöht und die Nährstoffzufuhr verringert werden.

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