Der Erlebnis-Faktor zählt: Um Kinder und Jugendliche fürs Mountainbikefahren zu begeistern, müssen Pädagogen ihnen auch ein Rahmenprogramm bieten. Foto: Veranstalter

Eine Initiative bildet Pädagogen und Ehrenamtliche aus, damit diese Kinder fürs Radfahren begeistern. Die nächste Fortbildung ist in Giebel und Weilimdorf.

Weilimdorf - Mit dem Mountainbike in der Natur unterwegs sein bedeutet vor allem für Kinder Anstrengung. Das stellt Lehrer, Pädagogen und Ehrenamtliche, die Touren anbieten möchten, vor besondere Herausforderungen. Denn sie müssen Kinder und Jugendliche oftmals dazu motivieren, aufs Rad zu steigen. Seit einigen Jahren bildet die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) Teilnehmer zu Kursleitern (Guides) aus, damit die gewappnet sind für die besonderen Belange des Nachwuchses. Vom 19. bis zum 21. Mai findet die „Kids on Bike – Nature Ride“ Fortbildung des DIMB in Giebel und Weilimdorf statt.

„Die Fortbildung ist für jeden offen, der mit Kindern gerne Rad fährt“, sagt Sebastian Meindl. Der Koordinator des Erlebnis-Parcours der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft betreut die offenen Bike-Gruppen und Schulkooperationen im Kinder- und Jugendhaus Zuffenhausen und ist seit dem vergangenen Jahr Ausbilder für den DIMB-Verein. Gemeinsam mit einer Kollegin wird er die zweieinhalbtägige Fortbildung im Mai durchführen. Sie besteht aus einem Theorie- sowie einem Praxisteil.

Realitätsnah üben

In der Theorie erfahren die Teilnehmer, wie sie Touren vorbereiten und durchführen, aber auch Schulpädagogik und -didaktik sowie Naturpädagogik stehen auf dem Programm. Fragen, etwa wie groß eine Gruppe sein sollte oder welches Tempo man den Kindern zumuten kann, werden ebenso geklärt wie Fahrtechniken. Letztere vermittelt Meindl den angehenden Tour-Guides im Praxisteil – auch, wie diese kinder- und jugendgerecht weitergegeben werden. Um möglichst realitätsnah zu üben, ist im Praxisteil eine Gruppe Kinder dabei.

In erster Linie sollen die Kinder Spaß am Spiel und damit am Sport haben. „Wir gehen nicht einfach Radfahren, sondern fahren Rad, um etwas zu erleben“, betont Sebastian Meindl. Den angehenden Guides sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie ihnen das gelingt. „Das können erlebnispädagogische Spiele aber auch technische Dinge sein, um so eine Tour interessant zu machen“, sagt er. Bei dem, was sie später anbieten, komme es „auf den Elan und die Fantasie der Anbieter an“. Mountainbikefahren könne bereits auf dem Schulhof beginnen.

Die Möglichkeiten sind in Stuttgart vorhanden

Welche Möglichkeiten es in Stuttgart gibt und wie diese konkret aussehen können, zeigt das Angebot des Erlebnis-Parcours. Im Bikepark Weilimdorf gibt es einen Pump-Track, also einen geschlossenen Rundkurs, sowie Leihbikes, Helme und Ausrüstung in verschiedenen Größen für Mountainbike-Touren. „Die Bike-Ausfahrten vom Erlebnis-Parcours sind immer schnell ausgebucht“, sagt Meindl. Im Sommer habe man in Kooperation mit einer Schule zudem eine Freizeit, mit der es auf einen dreitägigen Ausflug gehe. Auch im Zuffenhäuser Jugendhaus gibt es eine AG, die Tagesausflüge unternimmt, doch das Angebot soll noch ausgebaut werden.

Die Fortbildung findet von Freitag, 19. bis einschließlich Sonntag, 21. Mai statt und kostet 255 Euro. Die Theorie wird in Giebel, die Praxis in Weilimdorf abgehalten. Es sind noch einige Plätze frei. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahre, eine pädagogische Ausbildung wird nicht vorausgesetzt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: