Nach mehr als 30 Jahren wird das Jugendhaus durch einen Neubau ersetzt. Foto: Sebastian Steegmüller

Die Arbeiten dauern bis zum Sommer an. Mit dem Bau des neuen Gebäudes wird anschließend begonnen. Er soll 2021 bezogen werden.

Wangen - Im Jahr 1983 wurde das Jugendhaus B10 in der Eybacher Straße aus Material erbaut, das aus Abrisshäusern stammte. In den kommenden Tagen ereilt das marode Gebäude das gleiche Schicksal: Es wird dem Erdboden gleich gemacht. „Die Abbrucharbeiten werden sich voraussichtlich durch den Frühling ziehen“, sagt Sylke Bernet, Sprecherin der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft.

Eine Sanierung ist nicht in Betracht gekommen, weil am Bauwerk eklatante Mängel festgestellt wurden. So entsprach das Jugendhaus nicht den „anerkannten Regeln der Technik“, sagte Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, im vergangenen Herbst. Außerdem habe ein Schaden am Dach Spuren hinterlassen. Darüber hinaus wurden nach einer Brandschutzuntersuchung strenge Präventionsmaßnahmen vorgegeben. Nach einer intensiven Prüfung hat sich das Hochbauamt für einen 3,7 Millionen Euro teuren Neubau ausgesprochen.

Jugendcafé mit Küche

Mit den Arbeiten werde im Sommer begonnen, so Bernet. Wenn alles nach Plan läuft, könnte er Ende 2020 fertiggestellt werden und im darauffolgenden Jahr dann bezogen werden. Das Neckartenzlinger Architektenbüro plus+ bauplanung GmbH ist für den Entwurf verantwortlich. Sie sind 2015 als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen. Entlang der Bundesstraße soll ein dreigeschossiges Gebäude entstehen, das neben Büro, Werkstatt und Gruppenräumen im oberen Bereich ein Jugendcafé mit Küche sowie ein Bewegungsraum im Erdgeschoss beherbergen wird. Vorgesehen sind auch eine großzügige Terrasse im ersten Obergeschoss, die den ansonsten kleinen Freibereich erweitert, sowie eine Freitreppe zwischen Terrasse und dem Laubengang im zweiten Obergeschoss. Wie schon das jetzige Gebäude wird der Neubau einen Riegel zur angrenzenden Bundesstraße bilden und sich in Richtung der Flatow-Halle und dem Stadtbezirk öffnen.

Unterstützung aus dem Stadtbezirk

Knapp zwei Jahre wird die Anlaufstelle an der B 10 für Wangener nicht zur Verfügung stehen. Die Jugendlichen müssen jedoch nicht auf der Straße sitzen. „Wir haben für die Interimszeit großen Zuspruch der Akteure aus dem Stadtteil erhalten“, sagt Bernet. „Darüber freuen wir uns sehr.“ Dadurch könne man den Wangener Jugendlichen weiterhin Angebote und Anlaufstellen ermöglichen. „Die Übergangszeit bis zur Eröffnung des neuen Jugendhauses werden wir mit dezentralen Angeboten und unter Einbeziehung unseres Netzwerkes vor Ort gestalten“, so die Sprecherin.

Egal ob Fußball für Kids am Mittwoch oder Aktionstage für Jungen oder Mädchen freitags zwischen 14 und 15 Uhr – man werde mit den gewohnten Angeboten in der Flatow-Sporthalle bleiben. Außerdem werde die Jugendhaus Gesellschaft Orte im Stadtteil bespielen – beispielsweise den Bolzplatz und das Gelände des Wangener Festplatzes.

„Auch Angebote wie Spielenachmittage in der großen Wangener Kelter oder Kinoveranstaltungen im Eberhard-Ludwig-Saal sind angedacht. Für unser erweitertes Betreuungsangebot der Klassen 7 bis 10 der Wilhelmschule mieten wir die 300 Meter vom alten Jugendhaus entfernt liegenden Räume der evangelischen Jugendarbeit an. Dort bieten wir die gewohnten Angebote wie offenes Schülercafé oder Hausaufgabenhilfe an.“ Als feste Anlaufstellen werden auch der der Jugendtreff Hedelfingen sowie das Kinder- und Jugendhaus Obertürkheim dienen.

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