Der Vollanschluss Nord-Süd- und Breitwiesenstraße soll Staus ins Gewerbegebiet reduzieren. Wie die Nord-Süd-Straße weiter ausgebaut werden kann, ist noch unklar. Foto: Archiv A. Kratz

In einer zweiten Gebietskonferenz haben sich Stadt, Wirtschaftsförderung, WIV und die Unternehmer und Eigentümer vor Ort mit dem Gewerbegebietsmanagement im Synergiepark befasst. Erste Handlungsansätze gibt es bereits.

Vaihingen/Möhringen - In einem Punkt waren sich die Konferenzteilnehmer einig: Der Verkehr ist und bleibt der Knackpunkt. Bereits heute staut es sich auf den Straßen im und in den Synergiepark; mit den Ansiedlungen weiterer Unternehmen werden zusätzlich Zehntausende Arbeitnehmer erwartet. In der zweiten Gebietskonferenz zur Konkretisierung des Gewerbegebietsmanagements Plus (das Plus steht für planen, lenken, umsetzen, stärken) Ende Februar ging es daher unter anderem darum, wie das hohe Verkehrsaufkommen gesteuert werden kann.

„Die große Mehrzahl der Unternehmen sind wirklich positiv zum Synergiepark eingestellt“, berichtet Günter Sabow vom Vorstand der Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Stuttgart (WIV). Firmen wie Lapp und Trelleborg investieren in den Standort, bauen ihre Niederlassungen aus. Gerade deswegen sei die Stimmung bei der Konferenz allerdings recht schlecht gewesen. „Es dauert einfach zu lange, bis Verbesserungen umgesetzt sind“, sagt Sabow. Die Unternehmer hätten Sorge, dass sich die Verkehrssituation weiter verschlechtert, gerade im Hinblick auf die kommenden Ansiedlungen von Daimler und Allianz. „Wir begrüßen die Ansiedlungen. Aber bis die ersten neuen Beschäftigten 2020 kommen, muss sich die Situation verbessern“, sagt Sabow.

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht

Problem ist, dass der Synergiepark zu wenige Zufahrten hat. „Wir hängen wie an einer Schnur an der Nord-Süd-Straße“, sagt Sabow. Zwar gebe es Ansätze, eine Patentlösung ist aber nicht in Sicht, sagt Martin Armbruster. Als stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung war er ebenfalls bei der Gebietskonferenz dabei. Für viele Unternehmer und Eigentümer sei das nicht befriedigend, sagt Armbruster. „Die schnelle Lösung gibt es nicht.“ Aber: Erste Verbesserungen könnte der Vollanschluss des Knotenpunkts Breitwiesen- und Nord-Süd-Straße bringen. Die Arbeiten sollen im Juni dieses Jahres beginnen. Der weitere Ausbau der Nord-Süd-Straße auf drei oder stückweise sogar vier Spuren ist im Gespräch. „Die Ansätze sind da, nun liegt die Entscheidung beim Gemeinderat“, sagt Armbruster.

Sabow kritisiert die langen Genehmigungs- und Umsetzungsphasen. „Das Regierungspräsidium steht in den Startlöchern in Sachen Anschluss der Nord-Süd-Straße an die Autobahn. Aber vorher muss die Stadt entscheiden, wie die Nord-Süd-Straße letztlich ausgebaut werden soll.“ Unter den Unternehmern mache sich Enttäuschung angesichts der langen „Wartezeiten“ breit. Eine gute Anbindung ist für sie nicht zuletzt auch wichtig, um Mitarbeiter zu werben und an den Standort zu binden.

Mobilitätsmanagement: Unternehmer sind gefragt

Die Unternehmen sind gefragt, ihre Mitarbeiter dazu zu bewegen, auf das eigene Auto zu verzichten. Betriebliches Mobilitätsmanagement kann beispielsweise das Erstatten von Fahrtkosten für die öffentlichen Verkehrsmittel oder Carsharing-Angebote umfassen. „Es geht darum, zu schauen, wie die Firmen selbst etwas unternehmen können, um den Individualverkehr zu reduzieren“, sagt Armbruster. Das sieht auch Günter Sabow so. Um die Verkehrsproblematik zu lösen, seien drei Dinge gefragt: der Ausbau der Nord-Süd-Straße, der Anschluss an die Autobahn beziehungsweise der Umstieg nahe der Autobahn auf öffentliche Verkehrsmittel, etwa einer Seilbahn, und das betriebliche Mobilitätsmanagement. „Nur Mobilitätsmanagement bringt nichts, wenn sich auf der Straße nichts bessert. Es braucht das Zusammenspiel aller drei Punkte, um die Pendlerströme zu bewältigen.“

Auch beim Thema Energieeffizienz sind die Firmen gefragt. Dabei wird geprüft, welche Energiebilanz sie derzeit haben und wie diese verbessert werden kann. Dadurch soll der Standort Synergiepark nachhaltig und effizient weiterentwickelt werden. In den nächsten Wochen soll es einen Vororttermin geben, auf dem die Anrainer über die Gestaltung des Gewerbeboulevards „Am Wallgraben“ informiert werden sollen. Dieser Boulevard soll die Aufenthaltsqualität im Synergiepark erhöhen. „Wir wollen uns mit den Anliegern treffen und gemeinsam ausarbeiten, wie der Boulevard gestaltet werden kann“, sagt Armbruster.

Ein weiteres Treffen ist für Herbst geplant

Im Spätherbst wollen sich WIV, Stadt und Anlieger zu einer dritten Gebietskonferenz treffen. Dabei sollen die Themen der ersten beiden Konferenzen weiter vertieft werden und weitere Handlungsansätze ausgearbeitet werden. Geplant ist auch, einen Gebietsmanager vor Ort abzustellen. „Er soll Ansprechpartner für die Unternehmer vor Ort sein und ihnen beratend zur Seite stehen“, beschreibt Armbruster die „Kontaktstelle“ zwischen Firmen, Eigentümern, WIV und Stadt. Bis der Gebietsmanager seine Arbeit aufnehmen kann, wird es aber noch dauern. Das Geld für die Stelle kann erst im nächsten Doppelhaushalt 2020/21 bereitgestellt werden. „Bis dahin werden wir das Gebietsmanagement weiter ausbauen“, sagt Armbruster. „Es ist wichtig, sich auszutauschen. So können Fragen geklärt werden, und wir können auf die Sorgen und Nöte der Unternehmer eingehen“, sagt Armbruster.

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