Die Jugendfarm im Elsental hat eine 100-Prozent-Stelle zusätzlich bekommen. Auch die Farm in Möhringen und der Abi in Vaihingen wünschen sich mehr Geld. Foto: lg/ Zweygarth

Die Freizeiteinrichtungen sind gefragt. Doch um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, brauchen die Jugendfarm Möhringen und der Abenteuerspielplatz in Vaihingen mehr Personal. Das Jugendamt sucht nach einer Lösung.

Möhringen/Vaihingen - Die Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung steigt. Zwar gehen immer mehr Kinder in Ganztagsschulen, aber nicht alle. Jugendfarmen, Abenteuer- und Aktivspielplätze sind gefragte Alternativen zu Schülerhäusern. Auch die Jugendfarmen im Elsental und in Möhringen sowie der Abenteuerspielplatz (Abi) in Vaihingen haben ihre Mittagsbetreuung ausgebaut, um den Anfragen nachzukommen. Zusätzliches Geld von der Stadt hat bislang allerdings nur die Jugendfarm im Elsental bekommen. Damit kann eine weitere 100-Prozent-Stelle finanziert werden, insgesamt sind es nun drei. Zu den Hauptamtlichen kommen die Ehrenamtlichen und Freiwilligendienstleistende. Rochus Zimmermann, einer der Hauptamtlichen, freut sich über die zusätzlichen Prozente. „Das reicht zunächst aus, um alle Aufgaben zu bewältigen“, sagt er.

Die Bedürfnisse der 22 Jugendeinrichtungen sind verschieden

Auch die anderen 21 Farm- und Aktivspielplatzvereine in Stuttgart wünschen sich mehr Geld von der Stadt, um weitere hauptamtliche Mitarbeiter zu beschäftigen. Es gab bereits Gespräche mit dem Stuttgarter Jugendamt. Dieses möchte ein Gesamtkonzept zur Finanzierung der Einrichtungen erarbeiten. Es soll im Juli 2019 vorliegen, rechtzeitig vor den Beratungen für den Doppelhaushalt 2020/21. Dabei sind die Probleme und Bedürfnisse der Einrichtungen verschieden. Die Förderung ist überall ähnlich, dabei sind die Plätze unterschiedlich groß. Und manche haben Tiere, was einen zusätzlichen Kosten- und Personalaufwand bedeutet. Neue Mittagsbetreuungsangebote fordern die Mitarbeiter ebenso.

„Der Anteil dessen, was wir selbst finanzieren müssen, wird von Jahr zu Jahr größer“, sagt Thomas Lang, einer der hauptamtlichen Mitarbeiter der Jugendfarm Möhringen. 1,75 Stellen trägt der Farmverein selbst, zwei sind von der Stadt finanziert. Der Personalschlüssel der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft sei seit Ende der 70er Jahre unverändert. Für den gestiegenen Aufwand, schätzt Lang, benötigt die Jugendfarm mehr als eine 100-Prozent-Stelle mehr. Einen Teil machen das Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung für etwa 120 Kinder aus. „Ein zweiter Bereich ist die Arbeit mit Kindern mit Behinderung, die in die Angebote auf der Jugendfarm inkludiert werden“, sagt Lang. „Das macht bereits heute den Aufwand einer 50-Prozent-Stelle aus.“

Schlimmstenfalls müssen die Angebote zurückgefahren werden

Zudem nehme die Zahl der Angebote für Familien zu. Auch dafür brauche es Mitarbeiter. „Wir haben wachsende Ausgaben und wachsende Aufgaben“, resümiert Lang. Durch Spendensammlungen sei es gelungen, die 1,75 Stellen über den Verein zu finanzieren. „Aber wir kommen an einen Punkt, an dem wir das nicht mehr leisten können.“ Kommt kein zusätzliches Geld von der Stadt, könnte das schlimmstenfalls bedeuten, dass die Jugendfarm ihre Angebote zurückfahren muss.

Auf dem Abi Vaihingen arbeiten drei von der Stadt finanzierte hauptamtliche Mitarbeiter, aufgeteilt auf eine 100-Prozent- und zwei 50-Prozent-Stellen. Man würde das Betreuungsangebot gerne ausbauen, „aber mit 200 Prozent ist es schwer, den Abi länger zu öffnen“, sagt Stefan Rüdinger vom Vorstand des Vereins. „Wir haben einen hohen Zulauf. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich frei zu entfalten.“ Im Schnitt besuchten 50 Kinder pro Tag das 11 000 Quadratmeter große Gelände nahe der S-Bahnhaltestelle „Österfeld“. Putzkräfte gebe es keine. „Unsere Mitarbeiter machen die Reinigung und kleinere Arbeiten wie Baumschnitte und Laub rechen selbst“, sagt Rüdinger. Bei der Versorgung der Schafe und Hasen springen an den Wochenenden die Eltern ein, berichtet der Vorstand. Eine weitere 100-Prozent-Stelle wünscht sich auch der Abi. „Damit könnten wir auch ausbilden“, sagt Rüdinger.

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