Das Hauptgebäude der Österfeldschule ist ein altehrwürdiges Haus. Doch das Untergeschoss ist feucht, zum Teil hat sich Schimmel gebildet. Foto: Archiv Marie Hertfelder

Im Zuge des Ganztagsbetriebs verbringen Kinder, Lehrer und Erzieher immer mehr Zeit in den städtischen Gebäuden. Um so wichtiger ist eine ansprechende Gestaltung. Ein Beispiel aus Stuttgart-Vaihingen.

Vaihingen - Die Österfeldschule befinde sich aktuell im Interimsbetrieb. So formuliert es etwas lapidar die Stadtverwaltung. Der Rektorin Erika Diemer-Hohnholz ist das sehr wohl bewusst. Sie fragt sich aber, wie lange diese Übergangsphase noch andauern soll. Die Österfeldschulehabe schon vor vielen Jahren ihren Hauptschulzweig verloren und sei nun mehr eine reine Grundschule. Seit dem Schuljahr 2018/2019 gibt es zudem den teilgebunden Ganztag. Das bedeutet, dass die Eltern die Wahl haben, ob ihre Kinder mittags nach Hause gehen oder auch am Nachmittag in der Schule betreut werden.

Die Umstellungen haben veränderte Anforderungen an das Personal und die Räume mit sich gebracht. Doch auf die reagiert die Stadt nur mit zeitlicher Verzögerungen. Die Rektorin hat nun eine Mängelliste erstellt. „Das Gebäude an der Pfarrhausstraße befindet sich seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand“, ist darin zu lesen. Die Decken im Untergeschoss und im Treppenhaus werden durch zahlreiche Bausprieße abgestützt. Öffnungen in den Böden und Wänden der Klassenzimmer dienen der regelmäßigen Überprüfung des Bauzustandes. Und die Spielgeräte auf dem Pausenhof können wegen Sicherheitsmängeln nicht mehr genutzt werden.

Schule wartet auf Rückbau der NWT-Räume

Im Hauptgebäude an der Katzenbachstraße sieht es nicht viel besser aus. Wegen des Ganztagsbetriebs sind mehr Klassenzimmer und Räume für die Nachmittagsbetreuung erforderlich. Seit Jahren ist darum geplant, den Raum für Naturwissenschaft und Technik (NWT) und den Vorbereitungsraum zurückzubauen. Doch bislang sei nichts geschehen, sagt die Rektorin. Im Untergeschoss des Hauptgebäudes an der Katzenbachstraße befinden sich unter anderem Räume für die Nachmittagsbetreuung. Dort riecht es oft muffig. Das mache einen schlechten Eindruck bei den Eltern, sagt Diemer-Hohnholz. Manche Verwaltungsräume im Untergeschoss seien mit Schimmel belastet. Das Arbeitszimmer der Schulsozialarbeiterin habe sogar gesperrt werden müssen, sagt die Rektorin. Sie kritisiert zudem den mangelnden Schallschutz und die oft schlechte Reinigung der Schulhäuser insgesamt.

Auch in der Außenstelle Liasweg gibt es Mängel. Die Fenster sind undicht. Der Fußboden in der Jungentoilette muss erneuert werden. „Die Schüler klagen über eine starke Geruchsbelästigung und wollen deshalb nicht mehr auf die Toilette gehen“, so Diemer-Hohnholz.

Das Gebäude an der Pfarrhausstraße ist nicht mehr zu retten

Der Stadtverwaltung sind die Mängel an der Österfeldschule größtenteils bekannt. „Eine umfassende Raumplanung für den Ganztag am Standort Katzenbachstraße inklusive der Einrichtung einer Mensa ist in enger Zusammenarbeit mit der Schule über die letzten Monate hinweg erfolgt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Pressestelle. Das Hochbauamt werde noch im Laufe dieses Monats mit der Planung und Umsetzung beauftragt.

Ansonsten verweist die Pressestelle auf den Sammelentscheid 2019, also auf die vom Gemeinderat im Zuge der Haushaltsberatungen beschlossenen Sanierungsmaßnahmen an Schulen. Darin enthalten seien neben dem Schallschutz für vier Klassenzimmer auch finanzielle Mittel für neue Räume für die Schulsozialarbeit. Für den Rückbau der NWT-Räume gebe es aktuell aber kein Geld.

Das Gebäude an der Pfarrhausstraße ist indes nicht mehr zu retten. „Eine Sanierung ist unwirtschaftlich. Deshalb werden die Klassen im Zuge der Umstrukturierung zur Ganztagsschule im Hauptgebäude untergebracht“, schreibt die Pressestelle. Diemer-Hohnholz fragt sich, warum dann nicht wenigstens die NWT-Räume zurückgebaut werden. Bezüglich der Außenstelle am Liasweg im Wohngebiet Höhenrand gibt die Fachverwaltung der Rektorin recht. Die Böden in den Toiletten müssten bei Mädchen und Jungen erneuert werden. Die Fenster sollen kurzfristig mit neuen Dichtungen versehen werden.

Rektorin möchte angemessene Räume für ihre Schüler und Kollegen

Diemer-Hohnholz stellt klar: „Es wäre gut, wenn die notwendigen Maßnahmen schnell in Angriff genommen werden würden.“ Ihr gehe es um das Wohl der Schüler und der Kollegen. Kinder und Erwachsene würden jeden Tag viele Stunden in den städtischen Gebäuden verbringen. Schule sei ein Lebensraum, und dieser sollte schön gestaltet und sauber sein. „Es geht nicht um Luxus. Davon sind wir noch weit entfernt“, sagt Diemer-Hohnholz. Sie drängt darauf, dass die Dinge, die der Schule seit Langem versprochen worden seien, endlich umgesetzt werden.

Die CDU im Vaihinger Bezirksbeirat greift die Mängel an der Österfeldschule in einem Antrag auf und bittet um einen Bericht der Verwaltung. Der Antrag ist am 9. April Thema im Bezirksbeirat.

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